Lust, MTB, Tour < 100 km

Wandern, aber schneller … mit dem Mountainbike (1/3)

Letzte Woche war ich kurzfristig 3 Tage mit Emil, unserem Jüngsten, in der Rhön bei meinen Eltern. Die Entscheidung fiel relativ spontan am Dienstag Abend, nachdem pünktlich zur 18.30 Uhr-Rennrad-Runde um 17 Uhr ein echter Sturm mit Regen eingesetzt hatte und ich auf meine geliebte Ausfahrt verzichten musste. Zwar wurde meine telefonische Absage mit der Schmähung „Schönwetter-Radler“ quittiert, aber gefahren ist dann eh keiner … kein Wunder, prasselte der Regen zwischendurch doch so stark, dass auch beim Radfahren demjenigen akute Gefahr durch Ertrinken drohte, der nicht schon durch herabstürzende Äste erschlagen wurde. Also ein paar Klamotten in den Rucksack und das Mountainbike samt doppelter Radlergarnitur in den Kofferraum gepackt, und ab nach Waldfenster …

Wir kommen relativ spät an, abends um 21 Uhr, aber zeitig genug, um den nächsten Tag zu planen: Emil wird mit seinen Cousins spielen, für mich gibt es nichts zu tun (wegen des starken Regens pausiert die Ernte ebenso wie die geplante Säuberung des Hallendachs bzw. der Solaranlage) – am Mittwoch ist mein erster „day off“, am Donnerstag der zweite, und auch den Freitag verbringen wir noch in Rhön. Im folgenden die erste der drei Touren, wobei ich für Freitag aber die Überschrift umdrehen muss: „Mountainbike-Fahren, aber langsamer … zu Fuß“ 🙂

Da ich diesmal viel Zeit hatte, habe ich einige Schnappschüsse gemacht, die hoffentlich mein Faible für die Rhön belegen – genetisch bedingt, aber vielleicht auch objektiv nachvollziehbar. Deshalb die Touren etwas bildlastiger als gewohnt. Vielleicht kann ich mich irgendwann einmal dazu durchringen, eine Kamera am Rennrad zu montieren, um per Serienbild – so alle 10–20 Sekunden – auch mal die langen Ausfahrten zu dokumentieren (ständig anhalten, absteigen und knipsen: das geht halt gar nicht …).

Mittwoch, 7. August – MTB-Tour zum Kreuzberg

20130807-kreuzberg

Der Klassiker: Die Strecke von meinem Elternhaus zum Kreuzberg ist knapp 20 Kilometer lang, fahr- und wanderbar auf geschotterten Feldwegen, wobei nur 2x eine Teerstraße zu kreuzen ist. Die Verbindungsstraße KG 45 zwischen Gefäll und Oberbach überquert man am Basaltwerk Stangenroth, die Staatsstraße 2267 zwischen Langenleiten und Wildflecken am Guckaspass zwischen Feuerberg und Kreuzberg. Es gibt außerdem ca. 1,5 km Teerstraße zwischen Platzer Kuppe und Würzburger Haus – eine willkommene Entspannung nach dem strammen Aufstieg zuvor – die allerdings längst für den gewöhnlichen Verkehr gesperrt ist und nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge sowie für die wenigen Anlieger frei ist.

Meine Route verläuft meistens ansteigend von Waldfenster über die Platzer Kuppe zum Würzburger Haus (Mittwoch Ruhetag – Volltreffer), von dort über den Totnansberg und das Basaltwerk zum Feuerberg mit der Kissinger Hütte. Von dort Abfahrt hinab zum Guckaspass, anschließend Anstieg zum Kreuzberg – im Gegensatz zur Rennrad-Route gibt es hier aber einen gemäßigten Anstieg im Wald und nicht den Mörderanstieg auf Asphalt. Einkehr am Kreuzberg zur Mittagszeit, 2 Halbe (obligatorisch!), danach weiter zum Neustädter Haus, von dort über Kilianshof, Schmalwasser, Premich, Wollbach und Burkardroth zurück nach Waldfenster.

Die Tour ist von der Streckenlänge her überschaubar – aber mit 1000 Höhenmetern nicht ganz trivial. Das merke ich gleich am ersten längeren Anstieg vor der Platzer Kuppe, den ich im kleinsten Gang hochkurbele. Ein weiterer knackiger Anstieg – gefühlte 50% Steigung – winkt zwischen Schmalwasser und Premich, gleich beim Verlassen von Schmalwasser auf einem alten Hohlweg – hier komme ich fahrtechnisch an mein Limit, denn Stellen ist nicht (wegen der Gewichtsverlagerung weg vom Hinterrad dreht dieses schnell durch), und im Sitzen muss ich mich weit vorbeugen, um nicht mit dem Vorderrad abzuheben.

45 Kilometer, 1000 Meter Anstieg, viele Pausen, gemütliches Tempo – Route als GPX / KML.

Überall sieht man mittlerweile die geschnitzte heimische Fauna, die scheinbar direkt aus dem Baumstumpf herausgearbeitet wurde …

Überall sieht man mittlerweile die geschnitzte heimische Fauna, die scheinbar direkt aus dem Baumstumpf herausgearbeitet wurde …

… aber Achtung: Mogelpackung! Dieser ist nachträglich angeschraubt worden.

… aber Achtung: Mogelpackung! Dieser ist nachträglich angeschraubt worden.

Blick zurück zur Platzer Kuppe – an diesem Tag völlig verhangen …

Blick zurück zur Platzer Kuppe – an diesem Tag völlig verhangen …

… während der Blick hinab auf Geroda und darüber hinaus frei ist.

… während der Blick hinab auf Geroda und darüber hinaus frei ist.

Schilderwald beim Würzburger Haus – eine sinnvolle Angelegenheit im Vergleich zu manchen "Schild(er)bürgerstreichen" innerorts …

Schilderwald beim Würzburger Haus – eine sinnvolle Angelegenheit im Vergleich zu manchen „Schild(er)bürgerstreichen“ innerorts …

Würzburger Haus – leider Ruhetag.

Würzburger Haus – leider Ruhetag.

Blick vom Würzburger Haus ins Tal – deutlich sieht man die Nebelschwaden emporsteigen …

Blick vom Würzburger Haus ins Tal – deutlich sieht man die Nebelschwaden emporsteigen …

… genau: nach oben – auf dem Kamm zwischen Erlenberg und Totnansberg: trübe Suppe hinter mir …

… genau: nach oben – auf dem Kamm zwischen Erlenberg und Totnansberg: trübe Suppe hinter mir …

… und trübe Suppe vor mir.

… und trübe Suppe vor mir.

Mein heimlicher Favorit: Das König-Ludwig-Haus am Totnansberg, leider immer verrammelt, da von den Waldarbeitern nur als Lager genutzt.

Mein heimlicher Favorit: Das König-Ludwig-Haus am Totnansberg, leider immer verrammelt, da von den Waldarbeitern nur als Lager genutzt.

Und noch ein Schmankerl, vor allem bei trübem Wetter: Das Balsaltwerk …

Und noch ein Schmankerl, vor allem bei trübem Wetter: Das Balsaltwerk …

… mittlerweile wohl endgültig eingestellt seit Jahresbeginn.

… mittlerweile wohl endgültig eingestellt seit Jahresbeginn.

An der Kissinger Hütte auf dem Feuerberg: auch hier eine einzige Suppe.

An der Kissinger Hütte auf dem Feuerberg: auch hier eine einzige Suppe.

Dafür am Kreuzberg: Sonnenschein pur …

Dafür am Kreuzberg: Sonnenschein pur …

… und zur Mittagszeit (12 Uhr) noch wenig los. Die Radlermeute fällt erst am Nachmittag ein, hier treffen sich Mittwochs wohl immer Abertausende Radfahrer (sagt mir mein Cousin Klaus am nächsten Tag).

… und zur Mittagszeit (12 Uhr) noch wenig los. Die Radlermeute fällt erst am Nachmittag ein, hier treffen sich Mittwochs wohl immer Abertausende Radfahrer (sagt mir mein Cousin Klaus am nächsten Tag).

Dafür am Kreuzberg: Sonnenschein pur …

Dafür am Kreuzberg: Sonnenschein pur …

… und zur Mittagszeit (12 Uhr) noch wenig los. Die Radlermeute fällt erst am Nachmittag ein, hier treffen sich Mittwochs wohl immer Abertausende Radfahrer (sagt mir mein Cousin Klaus am nächsten Tag).

… und zur Mittagszeit (12 Uhr) noch wenig los. Die Radlermeute fällt erst am Nachmittag ein, hier treffen sich Mittwochs wohl immer Abertausende Radfahrer (sagt mir mein Cousin Klaus am nächsten Tag).

Zuallererst ist Stärkung angesagt: meine übliche Wahl.

Zuallererst ist Stärkung angesagt: meine übliche Wahl.

Danach endlich mal wieder bis "ganz hoch" …

Danach endlich mal wieder bis „ganz hoch“ …

… schließlich lohnt sich der Blick von hier immer.

… schließlich lohnt sich der Blick von hier immer.

Das Ensemble aus Kreuzen und Sendemast hat eine – nun ja – ganz eigene Ästhetik.

Das Ensemble aus Kreuzen und Sendemast hat eine – nun ja – ganz eigene Ästhetik.

Detail am Rande (vermutlich war der kleine Pinsel gerade nicht zur Hand).

Detail am Rande (vermutlich war der kleine Pinsel gerade nicht zur Hand).

Glaube – Liebe – Hoffnung: Ich tue mir immer ein wenig schwer mit der christlichen, v.a. katholischen Ikonografie, die ja doch überwiegend aus Blut, Schwiess und Tränen besteht.

Glaube – Liebe – Hoffnung: Ich tue mir immer ein wenig schwer mit der christlichen, v.a. katholischen Ikonografie, die ja doch überwiegend aus Blut, Schwiess und Tränen besteht.

Und überall: noch ein Figürchen hier, noch ein Figürchen da …

Und überall: noch ein Figürchen hier, noch ein Figürchen da …

Nettes Detail, das mir heute zum ersten Mal auffällt: die "höchstgelegene Haltestelle Frankens".

Nettes Detail, das mir heute zum ersten Mal auffällt: die „höchstgelegene Haltestelle Frankens“.

Blick vom Neustädter Haus in Richtung Sandberg/Waldberg. Geile Abfahrt anschließend … :)))

Blick vom Neustädter Haus in Richtung Sandberg/Waldberg. Geile Abfahrt anschließend … :)))

Im Wald zwischen Kilianshof und Schmalwasser völlig unvermittelt ein weitere Bildstock mit Marienmotiv …

Im Wald zwischen Kilianshof und Schmalwasser völlig unvermittelt ein weitere Bildstock mit Marienmotiv …

… und Kerzenbeleuchtung. Wird also ständig manuell illuminiert.

… und Kerzenbeleuchtung. Wird also ständig manuell illuminiert.

Standard

Ein Gedanke zu “Wandern, aber schneller … mit dem Mountainbike (1/3)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s