Alltag, Frust, Mensch-Maschine, Würzburg

Tempo 30 (Nachtrag)

Wie meine Auslassungen zu Tempo 30 hoffentlich verdeutlicht haben, hat sich über die Jahre hin eine gewisse Sensibilität bei mir herausgebildet bezüglich „Individualverkehr im öffentlichen Raum“. Sensibilität in dem Sinne, dass ich aufmerksamer mein Verhalten wie das meiner Mitmenschen be(ob)achte – aber (leider) auch in dem Sinne, dass ich eine zunehmende Intoleranz bei mir selbst wahrnehme hinsichtlich dieses Verhaltens und des Status Quo. Ich spreche hier zuallererst vom urbanen Raum; Überlandstraßen gehören auch zum öffentlichen Raum, unterliegen aber anderen Gesetzen, und die Fortbewegung auf diesen erfolgt (meist) aus anderen Gründen als innerorts. Hier deshalb ein kleiner Nachtrag zur Lage innerorts anhand ein paar (lausiger) Schnappschüsse.

Die Bilder entstanden am Sonntag, 4. August 2013, abends beim Ringparkfest. Dieses findet jährlich im Parkabschnitt hinter der Residenz am ersten Augustwochenende statt und gehört für meine Familie als „Kiez“-Fest zu den kleinen Höhepunkten des Jahres, denn es markiert den Beginn der Sommerferien und bietet eine schöne Gelegenheit, Nachbarn, Freunde und Bekannte in entspannter Atmosphäre zu treffen.

Saustall – wie immer parken die Radler kreuz und quer. Wie "sauber" würde das hier aussehen, wenn statt der Fahrräder Autos in Reih' und Glied dastehen würden …

Saustall: Wie immer parken die Radler kreuz und quer. Wie „sauber“ und „ordentlich“ würde das hier aussehen, wenn statt der Fahrräder Autos in Reih‘ und Glied dastehen würden …

… andererseits: Wieviel Grün wäre dann noch zu sehen?

… andererseits: Wieviel Grün wäre dann noch zu sehen?

Saustall 2: Natürlich könnte man all die Räder auch geordnet z. B. hier abstellen. Platz wäre für alle da – links hinter der Hecke, am Friedrich-Ebert-Ring, belegen 4 (!) Autos die gleiche Fläche, auf der hier bequem 40 oder mehr Fahrräder stehen könnten.

Saustall 2: Natürlich könnte man all die Räder auch geordnet z. B. hier abstellen. Platz wäre für alle da – links hinter der Hecke, am Friedrich-Ebert-Ring, belegen 4 (!) Autos die gleiche Fläche, auf der hier bequem 40 oder mehr Fahrräder stehen könnten.

Saustall 3: Diese Studenten!  Ca. 20 Fahrräder sind am Geländer (etwa 10 Meter) vor dem Studentenheim (Ecke Friedrich-Ebert-Ring/Valentin-Becker-Straße) geparkt. Schön ist das ja nicht, …

Saustall 3: Diese Studenten! Ca. 20 Fahrräder sind am Geländer (etwa 15 Meter lang?) vor dem Studentenheim (Ecke Friedrich-Ebert-Ring/Valentin-Becker-Straße) geparkt. Schön ist das ja nicht, …

… verglichen mit der Benediktstraße direkt dahinter: Hier greift die innerstädtische Parkordnung wieder, das Auge kommt zur Ruhe: Gut 25 Autos belegen die gesamte Benediktstraße in kompletter Länge (ca. 150 Meter) und auf beiden Seiten, wobei die Gehwegfläche jeweils halbiert wird.

… verglichen mit der Benediktstraße direkt dahinter: Hier greift die innerstädtische Parkordnung wieder, das Auge kommt zur Ruhe: Gut 25 Autos belegen die gesamte Benediktstraße in kompletter Länge (ca. 150 Meter) und auf beiden Seiten, wobei die Gehwegfläche jeweils halbiert wird.

Ein paar Meter weiter, vor unserer Haustüre in der Tröltschstraße: Wo einst breite Straßen mit breiten Gehwegen waren, belegt die Blechlawine im Standby-Modus ebenfalls die Gehwege links und rechts zur Hälfte.

Ein paar Meter weiter, vor unserer Haustüre in der Tröltschstraße: Wo einst breite Straßen mit breiten Gehwegen waren, belegt die Blechlawine im Standby-Modus ebenfalls die Gehwege links und rechts zur Hälfte. Und so sieht es in weiten Teilen des übrigen Frauenlands aus … und in der Sanderau … in Grombühl … Zellerau … Versbach … Heidingsfeld … Lengfeld …

Wer nun das Argument anbringt, dass in Autos 4–5 Personen Platz haben, auf dem Fahrrad nur 1, dem/der biete ich die Wette an, dass im Jahresschnitt in den hier zu sehenden Autos maximal 1,5 Personen unterwegs sind, bezogen auf die Kilometer, die insgesamt zurückgelegt wurden. Ich würde außerdem wetten, dass, je größer (PS-stärker, teurer, „sportlicher“, …) die Autos sind, desto öfter werden sie von nur einer Person genutzt. Natürlich kann ich, was die Tröltschstraße angeht, aus 13 Jahren Beobachtung schöpfen – ich bin mir aber sicher, dass diese Wette auf fast alle Wohngebiete in Würzburg übertragbar ist. Und auf andere deutsche Städte.

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