Ehrgeiz, Lust, Rennrad, Tour < 100 km

Herbst

Gestern war der astronomische Herbstanfang, also das Sekundaräquinoktium. Zum Verständnis hilft möglicherweise der Umstand, dass die Tag-und-Nacht-Gleiche auf den Wahlsonntag (Bundestagswahl) fiel – Gleichstand zwischen Tag und Nacht bzw. Licht und Finsternis, Freude und Schrecken, also: FDP raus aus dem Bundestag, aber 4 weitere Jahre mit Angela Merkel als Kanzlerin …

Herbst heißt aber auch: Die Zeit der großen Tagestouren neigt sich dem Ende zu, morgens ist es noch dämmrig, u.U. nebelig und feucht, und abends wird es schnell dunkel. Dazwischen können Wind und Wetter auch bei trockenen Verhältnissen das Radeln ganz schön anstrengend machen, die Wahl der richtigen Klamotten, in der richtigen Menge und Schichtung am Körper getragen, entscheidet über Wohlfühlen oder Schwitzen/Frieren, Gesundheit oder Erkältung. Ganz davon zu schweigen, dass das Leichte des sommerlichen Rennradfahrens – wir fahren ja eigentlich nackt, das bisschen Synthetik verdeckt die diversen Geschlechtsmerkmale bei der einen, beim anderen werden sie eher noch betont – nun endgültig passé ist und die Schamgrenze bezüglich Hals- und Kopftüchern, Mützen und Handschuhen, Unter- und Überziehern bedenklich sinkt.

Aber gestern war ein herrlicher Tag, zumindest der Vormittag, und ich bin die kleine Runde zum Schwanberg gefahren – über Randersacker, Lindelbach, Westheim, Kaltensondheim, Kitzingen, Hoheim, Fröhstockheim und Rödelsee. Um 9 Uhr los, nach dem üblichen üppigen Frühstück, um 12 Uhr wieder daheim. Der morgendliche Dunst, den ich vom Küchenfenster aus argwöhnisch zur Kenntnis genommen hatte, machte sich nicht weiter bemerkbar, es war eine wunderschöne, sonnige Runde. Nur vor Westheim, auf der Anhöhe, hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas fehlte: der Schwanberg! Er ist mit seinen Masten schon von weitem auszumachen, aber gestern war er noch im Dunst versteckt – und tauchte kurz darauf auf, wobei es schien, als schwebte er in den Wolken, denn der Dunst unterhalb des Gipfels ging nahtlos in den Himmel über. Gegen jede Gewohnheit stieg ich vom Rad und versuchte, das Bild festzuhalten – es ist mir leider nicht wirklich gut gelungen (s.u.).

Noch ein Detail am Wegesrand: Nach Kaltensundheim, vor der Autobahnbrücke, lag rechts im Graben ein Luftballon mit Karte – den würde ich auf der Rückfahrt mitnehmen: Offensichtlich eine Aktion anlässlich der Geburt eines Mädchens namens Ida. Der Ballon war am Tag vorher in Waldbüttelbrunn auf die Reise geschickt worden – immerhin knapp 20 Kilometer Luftlinie vom Fundort entfernt. Die Karte schicke ich morgen zurück, dann bekommen die Eltern „ein schönes Foto von Ida im Bilderrahmen“ von Steffi O.

Am Schwanberg selbst bereute ich einen Moment, kein Geld mitgenommen zu haben – da wir mit der Radler-Runde immer nur abends dort waren, war mir gar nicht klar, dass das gastronomische Angebot doch etwas größer ist: der nette Biergarten mit schönem Blick nach Westen etwa war mir bisher nie aufgefallen. Aber ich bevorzuge eh das Aussichts-Plateau an der letzten Kehre oben am Gipfel, mit dem Blick nach Süden (Iphofen, Bullenheimer Berg) bzw. nach Westen (Rödelsee, Fröhstockheim). Und ich beschloß, fränkischer Literatur nicht per se abgeneigt, mich mal über Michael Georg Conrad zu informieren – wenn man ihm schon so ein Trumm Gedenkstein hinstellt.

Statistik:

68,65 Tageskilometer
2:40:04 reine Fahrzeit
25,73 km/h Durchschnitt
62,63 km/h max.
74 UPM Durchschnitt
619 m Tageshöhe

Der Schwanberg schwebt am Horizont (schwer zu erkennen, ich weiß …).

Der Schwanberg schwebt am Horizont (Bildmitte – schwer zu erkennen, ich weiß …).

So finster war es gar nicht: Blick nach links, weg von der Sonne: Westheim.

So finster war es gar nicht: Blick nach links, weg von der Sonne: Westheim.

Nach Kaltensondheim, kurz vor der Autobanhbrücke, …

Nach Kaltensondheim, kurz vor der Autobanhbrücke, …

… da lag der Ballon mit der Karte im Graben. Auf der Rückfahrt mitgenommen.

… da lag der Ballon mit der Karte im Graben. Auf der Rückfahrt mitgenommen.

Aussichts-Plateau an der letzten Kehre am Schwanberg-Gipfel mit dem imposanten Gedenkstein.

Aussichts-Plateau an der letzten Kehre am Schwanberg-Gipfel mit dem imposanten Conrad-Gedenkstein.

Blick nach Süden: Iphofen mit Knauf-Werk, links hinten der Bullenheimer Berg.

Blick nach Süden: Iphofen mit Knauf-Werk, links hinten der Bullenheimer Berg.

Blick nach Westen (links hinten Kitzingen-Etwashausen).

Blick nach Westen (links hinten Kitzingen-Etwashausen).

Back to nature: Ich verstehe die Idee hinter der aktuellen Politik, keine Abfalleimer mehr überall aufzustellen, bezweifle aber, dass dieser Saustall von den Verantwortlichen gewollt ist. Andererseits: Die Art des Mülls – Fastfood-Verpackungen – lässt darauf schließen, dass bei der Klientel, die es sich hier "gemütlich" gemacht hat, auch der Abfalleimer in Reichweite noch zu weit entfernt ist …

Back to nature: Ich verstehe die Idee hinter der aktuellen Politik, keine Abfalleimer mehr überall aufzustellen, bezweifle aber, dass dieser Saustall von den Verantwortlichen gewollt ist. Andererseits: Die Art des Mülls – Fastfood-Verpackungen – lässt darauf schließen, dass bei der Klientel, die es sich hier „gemütlich“ gemacht hat, auch der Abfalleimer in Reichweite noch zu weit entfernt ist …

Die Fundsache …

Die Fundsache …

… geht morgen mit der Post zurück. Da werden sich die Eltern der kleinen Ida aber freuen!

… geht morgen mit der Post zurück. Da werden sich die Eltern der kleinen Ida aber freuen!

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2 Gedanken zu “Herbst

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