Alltag, Frust, Rennrad, Tour < 100 km, Training

Zeichen & Wunder

(Dieser Post hieß vorher „That’s right, folks…“, aber da ich mich der Beschilderung in all ihren Facetten noch öfter widmen möchte, habe ich die Headline abgeändert – der Inhalt ist der gleiche geblieben.)

„That’s right, folks, don’t touch that dial“ singt Frank Zappa in „I am the slime“, zu finden auf der 1973er LP „Overnite Sensation“. Rennradfahrer haben den Spruch für sich längst umgemünzt, für uns endet er mit „…don’t follow that sign!“ Gemeint sind die Radweg-Schilder, die Fernverbindungen zwischen den Ortschaften anzeigen, so wie dieses hier in Hilpertshausen:

20130925-Abendrunde-1

Schilder dieser Art signalisieren zwar durch ihr immer häufigeres Auftreten, dass der Radverkehr langsam, aber sicher ernst genommen wird – und sie sind durchaus hilfreich, zumindest manchmal. Sie sagen aber gar nichts aus über die Wegbeschaffenheit: Von der schön zu fahrenden Teerpiste über den holprigen Betonweg bis hin zu Schotter oder Boden/Gras ist alles an Belägen möglich. Für schmale Reifen ist das nichts, wie ich bei meiner Abendrunde am letzten Mittwoch (25.9.) mal wieder leidlich an just dieser Abzweigung feststellen musste. In Grombühl gestartet, fuhr ich über Rimpar und Burggrumbach hier vorbei Richtung Erbshausen, machte aber kehrt, weil doch der Blick nach rechts eine geteerte Straße entdeckt hatte. Eine neue Route? Ausprobieren …

Blick nach rechts: Eine geteerte Straße führt Richtung Bergtheim oder Unterpleichfeld. Warum nicht ausprobieren?

Blick nach rechts: Eine geteerte Straße führt Richtung Bergtheim oder Unterpleichfeld. Warum nicht ausprobieren? Die Nebenstraßen sind zwar relativ ruhig, was Autos angeht, aber noch ruhiger ist es bestimmt hier.

Schon bald taucht ein Schild auf einer Weggabelung auf – links nach Bergtheim, rechts nach Unterpleichfeld …

Schon bald taucht ein Schild auf einer Weggabelung auf – links nach Bergtheim, rechts nach Unterpleichfeld …

… ich wähle links, weil ich gerne noch fahren möchte und deswegen die (von Würzburg aus gesehen) weiter entfernte Ortschaft ansteuern will …

… ich wähle links, weil ich gerne noch fahren möchte und deswegen die (von Würzburg aus gesehen) weiter entfernte Ortschaft ansteuern will …

… muss allerdings schon nach kurzer Zeit stoppen und umkehren: Schotterpiste voraus, weiter hinten nicht mal mehr Schotter auf dem Weg. Also zurück …

… muss allerdings schon nach kurzer Zeit stoppen und umkehren: Schotterpiste voraus, weiter hinten nicht mal mehr Schotter auf dem Weg. Also zurück …

… und diesmal nch rechts, Richtung Unterpleichfeld. Doch auch hier …

… und diesmal nach rechts, Richtung Unterpleichfeld. Doch auch hier …

… endet die Teerdecke nach wenigen Metern. Echt klasse!

… endet die Teerdecke nach wenigen Metern. Echt klasse!

Was soll die Aufregung? Mit einem „normalen“ Rad ist das doch kein Thema … doch normal ist zuallererst, dass, wer Rad fährt, nach offizieller Lesart wohl mit allem zufrieden sein kann, solange er/sie einfach in Ruhe abseits der (Auto-)Straßen fahren kann (bzw. darf?). Ich fühle mich nicht ernst genommen als Verkehrsteilnehmer, wenn ich auf halber Strecke umkehren muss, weil die Beschaffenheit der Strecke eine Zumutung ist. Das gilt übrigens auch für das Wegstück von Bergtheim nach Oberpleichfeld, das man alternativ zur regulären Straße, leicht rechts versetzt, fahren kann: „Für Radverkehr und Land- und Forstwirtschaft frei“ steht da, doch die Teerdecke verschwindet schon am ersten Acker unter Erdschichten, die die Traktoren beim Pflügen und Grubbern nach der Ernte großflächig verteilt haben. Ein Witz! Und da können die Bauern ja nichts dafür, die sollen doch da fahren – aber muss das dann als Radweg ausgeschildert werden? An diesem Abend war es nur Erde, aber ich bin schon totale Rumpelpisten gefahren, auf die ich mit dem grünen Radwegschild gelockt worden war, die auch Mountainbike-Fahrern einiges an Können abverlangt hätten. Und da lag dann auf den besser zu fahrenden Stücken keine Erde, sondern Mist, und zwar großflächig verteilt. Bitte erklären: WER SOLL DA MIT DEM FAHRRAD ENTLANG FAHREN WOLLEN?

Deswegen mache ich es wie die meisten, die gerne längere Strecken fahren – und das halbwegs bequem, schnell und sauber erledigen wollen: Ich ignoriere die Schilder, wo immer ich sie sehe, vor allem auf mir unbekannten Strecken.

20130925-Abendrunde

Statistik:

54,42 Tageskilometer
2:12:59 reine Fahrzeit
24,55 km/h Durchschnitt
51,97 km/h max.
71 UPM Durchschnitt
491 m Tageshöhe

Route als GPX / KML

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