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Be-Geist-erung? Noch nicht ganz …

Seit geraumer Zeit schon ging ich schwanger mit der Idee, mir eine Action-Kamera für das Fahrrad zu kaufen – nicht, um stundenlange Filme zu drehen, sondern um die gefahrenen Strecken nebenbei zu fotografieren. Und zwar, ohne dass ich mich um etwas kümmern muss, ausser den Vorgang einmal zu starten und dann per Automatik die Strecke in regelmäßigen Intervallen abzuknipsen.

Die meisten Action-Kameras bieten diese Serienfoto-Funktion, und wenn man sich ein bisschen mit der Thematik befasst, dann kommen eigentlich nur zwei Modelle in Frage: Platzhirsch GoPro (Modell Hero 3+ Black) und Herausforderer Drift Innovation (HD Ghost) – beide wurden in der RoadBIKE 02/2014 getestet, zusammen mit 7 anderen aktuellen Modellen (online finden sich leider nur ein paar Demo-Videos, nicht der ausführliche Test). Deutlicher Testsieger: HD Ghost (78/100 Punkte) vor Hero 3+ Black (66 Punkte), letztere dazu 50% teurer – da fiel die Wahl nicht wirklich schwer.

Vorneweg: Ich bin NICHT 100% überzeugt von der HD Ghost – sie ist bei der ersten Testfahrt am 20. März zum Schwanberg kurz vor Lindelbach grundlos ausgestiegen (Systemabsturz, d.h. keine Bilder mehr gemacht, aber fleißig Akku gezogen), auch beim zweiten Versuch am 29. März (Kreuzberg) lief sie nicht fehlerfrei durch, ebenso beim dritten am 3. April (über Marktbreit nach Willanzheim und über Mainbernheim und Kitzingen zurück). Hmmmm … nicht gut. Vor der Tour am 3. April hatte ich ein Firmware-Update gemacht, aber auch da ist sie leider wieder in Kitzingen ausgestiegen. Also den ganzen Tag kann ich nicht blind auf die Kamera vertrauen – und blind stimmt, denn das Display schaltet sich aus Stromspargründen nach einem frei wählbaren Intervall aus, und die LED, die die Aktivität signalisiert, sitzt nach Montage der Kamera am Vorbau eher an der Unterseite (müsste mal testen, ob das mit der Fernbedienung eine Option wäre, die signalisiert auch Aktivität).

Ausserdem ist ein weiteres Problem natürlich die Akku-Laufzeit: Hier bietet die Ghost zwar das Doppelte der Hero 3+, aber auch hier ist nach immerhin 2:40 Stunden Schluss. Abhilfe schafft ein zusätzlicher Akkupack mit USB-Ausgang, der die Kamera-Laufzeit auf etwa 10 Stunden erhöht – aber auch das ist grenzwertig, wenn heuer die nächste München-Tagestour ansteht … werde mir also einen weiteren Akkupack holen anstatt eines größeren, denn 2 kleine Packs laden schneller als ein großer (der bis zu 15 Stunden braucht – da ist es dann nichts mit Laden während der Nachtruhe, auch wenn der Gedanke, 15 Stunden zu schlafen, reizvoll ist).

Jedenfalls will ich in dieser Saison mal ein paar Touren ausgiebiger dokumentieren – alle 10 Sekunden 1 Foto heißt aber: 6 Fotos je gefahrener Minute, 360 Fotos je Stunde, Tausende Fotos nach einem langen Tag … puh: wenn einer sonst nichts zu tun hat?!

Genug Tech-Talk – hier ein paar erste Bilder der HD Ghost (an einer Tour-Reportage vom Samstag – Würzburg-Oberthulba – arbeite ich noch):

Die HD Ghost am Lenker: Sieht klobiger aus, als sie ist, und stört nicht beim Fahren. Dazu habe ich mir ein billiges Täschchen gekauft, das an Ober- und Unterrohr montiert wird und den Akkupack transportiert.

Die HD Ghost am Lenker: Sieht klobiger aus, als sie ist, und stört nicht beim Fahren. Dazu habe ich mir ein billiges Täschchen gekauft, das an Ober- und Unterrohr montiert wird und den Akkupack transportiert.

Das war der 20. März! Irre – fast hochsommerlich.

Das war der 20. März! Irre – fast hochsommerlich. Bitte mal links das Hochhaus beachten, zur Objektivverzerrung mehr unten …

Kurz vor Lindelbach ist mir die Kamera dann ausgestiegen – aber die Blütenpracht am Radwegrand hat sie noch mitgenommen.

Kurz vor Lindelbach ist mir die Kamera dann ausgestiegen – aber die Blütenpracht am Radwegrand hat sie noch mitgenommen.

Auch bei Gegenlicht ganz akzeptabel.

Auch bei Gegenlicht ganz akzeptabel, hier bei der Einfahrt in Kitzingen (Rückweg).

Ausschnitt 1:1 aus dem vorherigen Foto der HD Ghost, die mit 11 MP auflöst. Sie produziert dabei ziemliche Artefakte, die ich aber beim Verkleinern einigermaßen in den Griff bekomme.

Ausschnitt 1:1 aus dem vorherigen Foto der HD Ghost, die mit 11 MP auflöst. Sie produziert dabei ziemliche Artefakte, die ich aber beim Verkleinern einigermaßen in den Griff bekomme.

Nochmal im Detail: Links die Aufnahme der HD Ghost unbearbeitet, rechts nach Verkleinerung und Interpolation.

Nochmal im Detail: Links die Aufnahme der HD Ghost unbearbeitet, rechts nach Verkleinerung und Interpolation.

Ein weiteres »Problem« ist die optische Verzerrung durch die Linse – hier an einem Beispiel illustriert: links das Original der HD Ghost, rechts mit massiver Objektivkorrektur bei der Nachbearbeitung, wobei man die noch verfeinern könnte. Es fällt eigentlich oft nicht unangenehm auf, wenn dann aber aus dem geraden Mast ein gebogener Viertel- oder Halbkreis wird, wird es grenzwertig.

Ein weiteres »Problem« ist die optische Verzerrung durch die Linse – hier an einem Beispiel illustriert: links das Original der HD Ghost, rechts mit massiver Objektivkorrektur bei der Nachbearbeitung, wobei man die noch verfeinern könnte. Es fällt eigentlich oft nicht unangenehm auf, wenn dann aber aus dem geraden Mast ein gebogener Viertel- oder Halbkreis wird, wird es grenzwertig.

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2 Gedanken zu “Be-Geist-erung? Noch nicht ganz …

    • Sehr nette Kugeloptik, Dirk! Speziell beim zweiten Film (Link im Kommentar) hat man das Gefühl, dass sich die ganze Zeit das Innen nach Aussen stülpt – M. C. Escher hätte seine Freude daran gehabt …

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