Ehrgeiz, Lust, Rennrad, Training

Trainingsrunde

Ich neige ja leider dazu, undiszipliniert und aus lauter Spaß an der Freud‘ durch die Gegend zu kurbeln – soweit ich eben komme. Dagegen spricht auch generell nichts, denn ich habe keinerlei Ambitionen, mich an irgendwelchen Rennen (mit Zeitnahme) zu beteiligen. Die Jedermann-Events, die ich heuer wieder mitfahren will, könnte ich natürlich für mich persönlich auf Zeit fahren, aber viel wichtiger ist die Teilnahme als solche, der Spaß dabei – und das finishen, also das Durchhalten über die ganze Strecke.

Dennoch versuche ich gerade, ein klein wenig »Training« zwischen die langen Ausfahrten zu packen, d.h. mich ganz bewußt auf bestimmte Techniken und Fahrweisen zu konzentrieren. Das sogenannte »Frequenztraining« hat es mir besonders angetan, da ich mindestens 40 Jahre lang der festen Überzeugung war, dass der schwere Tritt – also mit möglichst wenig Pedalumdrehungen (UPM) – am meisten Kraft auf die Pedale bringt … tatsächlich aber nur am meisten Kraft kostet und wenig bringt. Ja, ja, lacht nur … 😉

Wer sich ein wenig mehr mit dem Radfahren beschäftigt weiss natürlich, dass das Gegenteil der Fall ist. Schwere Gänge und schwerer Tritt belasten Gelenke und Bänder über die Maßen – das Gegenteil von dem, was Radfahren eigentlich ist: eine den Körper weitgehend schonende Form der Fortbewegung. Ich gebe zu, am Berg sinkt meine Frequenz schon mal unter 50 UPM, da ächze ich mit dem kleinen Blatt und dem größten Ritzel den Hügel hoch … der letzte Anstieg am Kreuzberg ist nicht der einzige, an dem ich mich hin und wieder frage, ob eine Dreifach-Kurbel besser wäre als meine Kompakt-Kurbel (50/36), wobei mit der klassischen Rennrad-Übersetzung (wie an meinen beiden Oldtimern: 52/42) an solchen Anstiegen für mich sowieso gar nichts mehr ginge.

Gestern am frühen Abend bin ich also mal zu einer kurzen Trainingsrunde los, am Main entlang nach Ochsenfurt und über den Hügel bei Kaltensondheim wieder zurück. Bis Ochsenfurt fahre ich sowieso gerne hochfrequent, knapp 20 Kilometer bei möglichst 90 UPM Durchschnitt  – kommt dann noch gutes Wetter mit wenig Wind dazu, dann ist da auch tempomäßig alles im Lot, und so kam ich in Ochsenfurt an mit 90 UPM und knapp 30 km/h Durchschnitt. Sehr schön! Als ich dann von Ochsenfurt links hoch über Zeubelried nach Erlach kurbelte, achtete ich weiter auf die UPM und versuchte, möglichst hochfrequent zu bleiben. Bald hatte ich eine Übersetzung gefunden, die ich weiterhin mit 90 UPM und mehr fuhr – und die mich immer noch mit ca. 24 km/h den leichten Anstieg nach oben brachte. Ich achtete nur aufs Kurbeln, nicht aufs Tempo, nahm aber befriedigt zur Kenntnis, dass das schnelle Kurbeln (und der einigermaßen schnelle Gang) mich auch – schnell – den Berg hochbrachten. An einer flacheren Stelle brachte ich es zwischenzeitlich auf 117 UPM – Wahnsinn, wie da die Beine fliegen (aber auch der Hintern auf dem Sattel zu hüpfen anfängt). Nach gut anderthalb Stunden Fahrzeit bei 90 UPM Durchschnitt rollte ich wieder zuhause ein … das wäre eigentlich eine Runde, die ich täglich fahren könnte. Nur ein paar Höhenmeter mehr dürften es schon sein …

Statistik:

45,89 Tageskilometer
1:36:02 reine Fahrzeit
28,67 km/h Durchschnitt
54,10 km/h max.
90 UPM Durchschnitt
208 m Tageshöhe

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Ein Gedanke zu “Trainingsrunde

  1. Dirk schreibt:

    Zur Trittfrequenz, kürzlich gelesen:
    » … mindestens 75 Umdrehungen pro Minute zu treten, auf welche sich die Wissenschaft als Untergrenze für einen gelenk- und muskelschonenden Tritt geeinigt hat.«

    Hier der komplette Text:
    Standard, Dreifach oder Kompakt – welches Kurbelsystem ergibt am meisten Sinn und welche Kassette passt dazu?
    http://www.roadbike.de/test/parts/test-und-kaufberatung-18-kurbeln-im-vergleich.207319.9.htm

    Gefällt mir

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