Ehrgeiz, Lust, Rennrad, Tour 100–200 km, Training

Tourenvorbereitung (3)

Dieses Wochenende nutzte ich nochmal für ein paar Trainingskilometer: Am Freitag Abend zu meinen Eltern nach Waldfenster fahren, am Samstag Vormittag wieder zurück nach Würzburg. Eine gute Gelegenheit, meine Tasche »live« zu testen – und ich bin immer noch zufrieden. Nicht zuletzt, weil meine Mutter höchst überrascht war, als ich Jeans und T-Shirt hervorholte – aus nur einer Seitentasche.

Leider, leider habe ich mir am Freitag mal wieder den Schnitt vollkommen versaut durch meinen Übermut: Als ob ich die Strecke nicht längst schon blind fahren könnte und genau wüsste, wo der Radweg in Thulba aufhört und der Wechsel auf die Straße nötig ist, bin ich diesmal dem grünen Rad-Pfeil – wider besseres Wissen – gefolgt. Weil: So ein kleines bisschen Schotter, wenn er denn fein genug ist, lässt sich ja mal zwischendurch fahren, und weil nach zwei Stunden Fahrt die Rübe schon wieder bis oben hin voll mit körpereigenen Glücklichmachern war, so dass ich Lust auf einen neuen Streckenabschnitt bekam – es ging ja nur um die paar Kilometer zwischen Thulba und Oberthulba, das kann ja so schlimm nicht sein. Aber: es kam leider noch viel schlimmer …

Das Schöne an der Tour: Ich habe alles schon fotografiert, kann mich ganz aufs Fahren konzentrierien – und doch muss ich wieder knipsen, so herrlich ist der Abend einfach. Hier der Radweg von Hammelburg nach Untererthal …

Das Schöne an der Tour: Ich habe alles schon fotografiert, kann mich ganz aufs Fahren konzentrierien – und doch muss ich wieder knipsen, so herrlich ist der Abend. Hier der Radweg von Hammelburg nach Untererthal …

… und hier mein mittlerweile fast schon liebster Radweg: der durchs Thulbatal von Untererthal und Thulba.

… und hier mein mittlerweile fast schon liebster Radweg: der durchs Thulbatal von Untererthal und Thulba.

Nachdem ich in Thulba nicht zur Straße hoch, sondern rechts weg weiter im Tal geblieben bin, wandelte sich der feine Schotterweg schnell in einen ordinären, ziemlich sandigen Feldweg, um dann in eine Wiesendurchfahrt zu münden. Umdrehen? Nö, weiter gehts – siehe da, ein paar Häuser mitten in der Pampa (Reither Mühle), wieder Teer … und auf der anderen Seite, nach dem Überqueren der Thulba, im Wald auf Teer hoch. Aber: Das Gewitter vom Vorabend hat ordentlich feuchte Blätter auf dem sowieso ziemlich schmutzigen Teer verteilt, das Hinterrad mit dem profillosen Reifen dreht durch. Ich steige ab und schiebe. Nächste Überraschung: Der Weg gabelt sich mehrfach, vier Optionen zur Weiterfahrt. Ich wähle Teer, schiebend, muss aber nach 50 Metern an einer Lichtung (Wiese) erkennen, dass hier schon Schluss ist. Zurück. Orientierung an den blauen Schildern, die die Wanderwege des Rhönklubs kennzeichnen. Ich wähle den Weg entlang der Thulba – Schotter, aber fahrbar, und vereinzelte Kanaldeckel verraten mir, dass die Zivilisation nicht so weit weg sein kann … und die Thulba, die hier mehrfach gestaut wird, wirkt ziemlich beeindruckend. Ich fahre weiter, komme aus dem Wald heraus … auf einen Wendeplatz. Ende Gelände. Jetzt noch umzudrehen wäre allerdings Quatsch – also schiebe ich mein Rennrad über einen Single-Trail, den ich als letzte Schwundform eines Weges entdecke.

Die Thulba kurz nach der Reither Mühle – hier muss ich nochmal vorbei, aber dann mit dem MTB.

Die Thulba kurz nach der Reither Mühle – hier muss ich nochmal vorbei, aber dann mit dem MTB.

Nochmal: ICH SCHIEBE MEIN RENNRAD ÜBER EINEN SINGLE-TRAIL. Mann, Mann, Mann … was mache ich hier? Ein leichts Rauschen verrät mir, dass ich nicht sehr fern von der A7 bin, die hier auf einer mächtigen Brücke über das Thulbatal geführt wird. Ich schiebe weiter, kein Schotterweg weit und breit, auch nicht unten im Thulbatal, das hier zwar Wiesen hat, aber die sehen mehr nach Biotop als nach landwirtschaftlicher Nutzfläche aus. Da! Eine Wiese vor mir, die an der Seite einen gemähten Streifen hat. Ich fahre wieder, die Wiese entlang, ziemlich weit, bis ich über einen etwas matschigeren Erdweg endlich wieder auf eine grobe Schotterpiste treffe. Grober Schotter? Hurra …!

Unter der Brücke der A7 über die Thulba, nahe Oberthulba.

Unter der Brücke der A7 über die Thulba, nahe Oberthulba.

Irgendwann tauchen links in einiger Entfernung die Häuser von Oberthulba auf, ich arbeite mich langsam voran, bis ich auf die Teerstraße treffe. Schluss, keine Experimente mehr, über Albertshausen und Poppenroth fahre ich meinen Groll (vor allem auf mich selbst) weg und komme gut gelaunt und 30 Minuten zu spät bei meinen Eltern an. Nachdem ich die letzten Male immer recht kurz nur hier war, war dieser Abend mit Übernachtung mal wieder die Gelegenheit zum ausgiebigen Plaudern.

Am nächsten Morgen fahre ich nach dem Frühstück ab, kurz nach 9 Uhr, zurück nach Würzburg. Dafür habe ich mir die Route vorgenommen, die ich so oft schon von Würzburg weg gewählt hatte, um die Abfahrt am Steinbruch bei Langendorf mal als Anstieg zu nehmen – und die Anstiege (bei Elfershausen etwa) als Abfahrten. Auch mal schön – und die Anstiege gut fahrbar. In Arnstein kurze Pause bei belegtem Brötchen, Hörnchen und Kaffee, die Werte auf dem Tacho zu meiner Zufriedenheit: 41,5 Kilometer in gut 90 Minuten, ein Schnitt von fast 27,5 km/h. Und da bei Wülfershausen schon ein paar vereinzelte Regentropfen fielen und auch hier wieder, kann ich gleich noch den Regenschutz auf mein Täschchen ziehen.

Hinter Langendorf geht es unter der A7 durch und dann in mhereren Kurven am Steinbruch vorbei bis hoch auf den »Totenkopf« und dann weiter Richtung Wülfershausen.

Hinter Langendorf geht es unter der A7 durch und dann in mhereren Kurven am Steinbruch vorbei bis hoch auf den »Totenkopf« und dann weiter Richtung Wülfershausen.

Regenschutz auf dem Täschchen – war aber letztlich unnötig, kurz nach Arnstein war schon wieder Schluss mit den paar Tropfen.

Regenschutz auf dem Täschchen – war aber letztlich unnötig, kurz nach Arnstein war schon wieder Schluss mit den paar Tropfen.

Der Anstieg hinter Arnstein – ich fahre wieder über das Tal und den geteerten Flurbereinigungsweg – zieht sich etwas, und ich merke, dass ich schon eher lasch kurbele. Ich fahre über Gramschatz und durch den Gramschatzer Wald, an dessen Ende der letzte kleine Anstieg wartet, bevor es in einer langen Abfahrt nach Rimpar geht und dann eben weiter nach Würzburg. Kurz nach 12 Uhr komme ich zuhause an.

Mich beunruhigt etwas meine Laschheit vom Vormittag, nach der Pause – am 29. Mai will ich auf 3-Tagesfahrt gehen, da muss ich aber besser in Form sein …

Statistik: Würzburg–Waldfenster und zurück
(Tagesdetails im Rennrad-Tagebuch unter 2014-05-23 und 2014-05-24)

147,49 Streckenkilometer
5:53:54 reine Fahrzeit
25 km/h Durchschnitt
64,77 km/h max.
1.528 m Anstiege

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