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Tourenvorbereitung (4)

Noch drei Tage, dann geht es los für drei Tage – und die Aufregung steigt. Die Tour führt nicht wirklich durch unbekanntes Terrain – fast alles schon gefahren –, aber ich war noch nicht drei Tage am Stück unterwegs. Ein klein wenig macht mir meine Kondition Sorgen – erster Tag kein Problem, aber der zweite wird, mit den Anstiegen in der Rhön, vermutlich kein Zuckerschlecken. Mit Markus (W.), der treuen Seele, habe ich gestern telefoniert – er kam vorgestern aus Italien zurück (mit dem Rad) und freut sich natürlich auf die Runde, die er komplett über drei Tage mitfährt. Seine Frage, ob er das von der Kondition her schaffen wird, sehe ich als eindeutige Provokation: hat er doch gerade erst in gut zwei Wochen mit dem Rennrad die 1400 Kilometer runtergerissen, für die ich die ersten vier Monate in diesem Jahr gebraucht habe!

Mir machen aber auch noch andere Dinge Sorge: Nach der Rückkehr aus Waldfenster am Samstag habe ich am Nachmittag mal ein wenig Radhygiene betrieben (nicht zuletzt, um die Spuren des Waldspaziergangs zu beseitigen). Ich gebe zu: ich bin keiner von denen, die das Rennrad nach jeder Ausfahrt wieder auf Hochglanz polieren und im Wohnzimmer an die Wand hängen. Einige Glaubensbekenntnisse im Umgang mit dem Antrieb ignoriere ich schlichtweg: Die Kette wird großzügig eingefettet, und zwar am Ritzel – fertig! Umwerfer und Schaltwerk sind so eingestellt, dass ich mit dem kleinen Blatt vorne alle zehn Ritzel hinten fahren kann, ohne dass es knackt und kracht (das große schafft so immerhin noch neun von zehn Ritzeln) – aber da soll bloß keiner auf die Kettenlinie schauen … Durch das großzügige Fetten setzt sich natürlich sehr schnell alles mit Schmutz zu – und der Verschleiß wird deutlich erhöht. Deswegen reinige ich den gesamten Antrieb in regelmäßigen Abständen, und am Samstag war mal wieder Zeit, das etwas gründlicher zu machen. Eine böse Überraschung musste ich allerdings erleben, als ich die Kassette vom Hinterrad abmachen und zerlegen wollte: Der Freilaufkörper hat ziemliche Macken, die Ritzel haben sich ordentlich ins Material gebissen – wie kommt das denn zustande? Zuviel Zug auf der Kette/am Ritzel?

Deutlich sichtbare Beschädigugnen am Freilaufkörper – die Ritzel haben sich mindestens 1mm tief ins Material verbissen.

Deutlich sichtbare Beschädigungen am Freilaufkörper – die Ritzel haben sich mindestens 1mm tief ins Material verbissen.

Immer eine Sauerei: Reinigen der öligen/fettigen Teile …

Immer eine Sauerei: Reinigen der öligen/fettigen Teile …

… aber lohnenswert: Sieht fast wieder aus wie neu.

… aber lohnenswert: Sieht fast wieder aus wie neu.

Das Ritzelpaket scheint, die Sonne während der Tour hoffentlich auch!

Das Ritzelpaket scheint, die Sonne während der Tour hoffentlich auch!

Vorher – nachher.

Vorher – nachher.

Naja, es wird wohl noch eine Weile halten – hoffe ich –; so kurz vor der Tour will ich eigentlich keine größeren Austauschaktionen mehr vornehmen. Mittelfristig liebäugele ich allerdings schon entweder mit dem Wechsel von Kompakt auf Dreifach, oder einer anderen Übersetzung hinten mit einem »Kletter-Ritzel« (aktuell 27 Zähne im kleinsten Gang, da müssten doch noch ein paar Zähne mehr gehen …). Außerdem habe ich mal den Lenker höher gestellt: Der FSA-Vorbau ist leicht schräg, d.h. er kann entweder nach unten oder nach oben geneigt werden. Die ganze Zeit fuhr ich ihn unten, und bin auch mit dem ganzen Vorbau zwei Spacer nach unten gerutscht. Jetzt habe ich ihn gedreht und wieder die Spacer versetzt – sieht noch nicht wie ein Bonanza-Rad aus, aber schon deutlich unsportlicher als vorher. Aktuell regnet es aber, vermutlich bis Mittwoch, so dass ich vielleicht gar keine Proberunde mehr drehen kann – das sollte schon sein, sonst bau ich den Vorbau wieder um.

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3 Gedanken zu “Tourenvorbereitung (4)

  1. Ich kam hier gerade zufällig vorbei und bin gleich hängengeblieben… denn wow! Das nenne ich mal ein sauberes Ritzel. Respekt!
    Ich komme bestimmt wieder, jetzt bin ich nämlich neugierig auf Deine Tour geworden…
    viele Grüße, Claudi

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    • Hallo Claudi, ich habe letztens auch auf Dein Blog geschaut, weil eine (vermutlich gemeinsame?) Freundin meine Überlegungen, im Fahrrad-Alltag keinen Helm mehr zu tragen, kommentierte mit Verweis auf Deine Seiten.
      Freut mich, dass ich Dir auch ein wenig Lektüre zurückgeben kann – ob ich allerdings während der Tour schon Zwischenstände durchgebe oder erst am Sonntag vom Bett aus die drei Tage zusammenfassen werde, weiss ich noch nicht.
      Und im Moment korrigiert meine Wetter-App leider ständig die Daten nach hinten: gestern schien der Donnerstag als Starttag noch geeignet, heute schauts schon wieder trüber aus … 😦

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  2. Hallo Jochen,
    ich drücke die Daumen für ordentliches Radfahrwetter… und außerdem hoffe ich, dass Du einen Helm gefunden hast, der gut paßt, nicht stört und Dich gut beschützen wird. Wenn Du schon vorbei geschaut hast, weißt Du ja, dass ich hier ohne meinen Helm vielleicht nicht mehr schreiben könnte…
    ganz viele Grüße, Claudi

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