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Ursache und Wirkung (3): »Wieso, weshalb, warum …«

»… wer nicht fragt, bleibt dumm.« Wer aber fragt, warum hierzulande zwar allerorten vollmundig von Förderung des Radverkehrs gesprochen, aber wenig bis nichts getan wird (wenige rühmliche Ausnahmen sollten nicht den Blick fürs große, erbärmliche Ganze verstellen), der bekommt auf dem Titel der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift des (die STVO gerne passend für die eigene Auto-Klientel interpretierenden) ACE, »ACE Lenkrad« (Heft 8/2014) die Antwort:

Aktueller ACE Lenkrad-Titel: »Autoland Deutschland Unser Exportschlager: In keinem anderen EU-land hängen so viele Arbeitsplätze am Automobil wie hierzulande.«

Aktueller ACE Lenkrad-Titel: »Autoland Deutschland.
Unser Exportschlager rollt auf vier Rädern: In keinem anderen EU-Land hängen so viele Arbeitsplätze am Automobil wie hierzulande.«

Noch Fragen? …

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2 Gedanken zu “Ursache und Wirkung (3): »Wieso, weshalb, warum …«

  1. Aljoscha Labeille schreibt:

    Ja, es ist schon auffallend, daß unsere Nachbarländer ohne Autoindustrie eine ganz andere Radverkehrsförderung und allg. Mobilitätspolitik betreiben (etwa Dänemark, die Niederlande oder die Schweiz).

    Das „Arbeitsplatzargument“ ist ohnehin ziemlich fragwürdig: Rüstungsindustrie, Drogenhandel und die Prostitution beschäftigen auch viele Menschen. Und ? Sollte das irgendeinen Einfluß darauf haben, ob eine Gesellschaft ein bestimmtes Produkt oder Dienstleistung mit all ihren Konsequenzen politisch ablehnt oder fördert ?
    Der Autoverkehr ist für ca. 40.000 Tote jedes Jahr in Deutschland verantwortlich. Hinzu kommen die Umweltschäden und der Klimawandel. Wie wird das eigentlich genau mit den geschaffenen Arbeitsplätzen verrechnet ?

    Daß in Deutschland so viele Arbeitsplätze vom Auto abhängen ist ein Mythos. Hier ein Artikel zum Thema aus der Zeitschrift „Fairkehr“: http://www.fairkehr-magazin.de/1034.html

    (Fairkehr ist übrigens die Mitgliederzeitschrift des VCD, des einzigen Verkehrsclubs, der nicht dem Autofetisch huldigt. Hier kann man wechseln: http://www.vcd-bayern.de/service/mitgliedsantrag.php)

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  2. Danke für den Link zu dem sehr informativen (und sachlichen) Artikel.

    Natürlich ist es immer die gleiche Leier, die da von den Autofans rüberschwappt – und man muss sie als Autofans bezeichnen, denn ihr Interesse gilt ausschließlich dem Auto »as is«, also dem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor – und überhaupt nicht dem komplexen Thema »Mobilität«.
    Wenn im ACE-Artikel von »täglich 10 Patenten« die Rede ist, dann darf man annehmen, dass diese allesamt der Optimierung des Status Quo dienen – erfolgreiche Weiterentwicklungen oder Alternativen zum Verbrennungsmotor (Toyota Prius, Tesla etc.) werden in anderen Ländern entwickelt und gebaut, grundsätzliche (und überlegte) Aussagen zur Mobilität machen ebenfalls andere, aber sicher nicht (oder kaum) deutsche Autobauer.

    Zur Vorsicht rate ich beim willkürlichen Gleichsetzen komplexer und stark unterschiedlicher Themenbereiche: »Rüstungsindustrie, Drogenhandel und die Prostitution …« – das stößt mir dann doch eher auf, und auch wenn es hie und da Parallelen geben mag: Jeder dieser Bereiche ist mindestens so komplex wie das Themengebiet »Mobilität«, das führt zu weit (oder zu einer stark vereinfachten Sichtweise, ähnlich der der Autofans) …

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