Alltag, Lektüre, Lust, Mensch-Maschine

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Ach ja … beim Sortieren diverser Unterlagen (mit Fahrradbezug) auf meiner Festplatte ist mir mal wieder ein Text vom Januar 2012 untergekommen, dessen Lektüre so richtig was fürs Gemüt ist: Während andere 2014 das Fahrrad als »Technologie aus der Steinzeit« schmähen (»Deshalb wollen die Chinesen ihre Fahrräder loswerden.« – hmmm, ich glaube, im Moment würden die Chinesen gerne doch lieber etwas anderes loswerden …), gerät im folgenden Zitat aus dem Jahr 2012 jemand so richtig ins Schwärmen …

(Hervorhebungen von mir)

… gerade in Zeiten, in denen viel über Energieverbrauch diskutiert wird, sollten die Menschen möglichst umweltschonend unterwegs sein. Verkehrspolitik ist heute mehr denn je ebenso Energie- und Ressourcenpolitik. Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Bürger; sie sollte aber möglichst energiesparend, kostengünstig und umweltfreundlich sein. Wir sollten diese Mobilität deshalb ermöglichen und fördern. Jeder, der auch nur für einzelne Fahrten vom Auto auf das Fahrrad umsteigt, leistet einen Beitrag zum Aufbruch in ein neues Energiezeitalter.

Das Fahrrad hat viele Vorteile:

  • Es ist flexibel in der Nutzung.
  • Es ist fast immer und fast überall verfügbar.
  • Es verursacht nur äußerst geringe Beeinträchtigungen, keinen Lärm, keine Abgase.
  • Es schont unsere Umwelt, aber auch die privaten und öffentlichen Haushaltskassen.
  • Seine Nutzung ist gesundheitsfördernd.

Für das Fahrrad spricht also sehr viel. Auf Strecken bis fünf oder sechs Kilometer ist es dem Auto mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Das gilt nicht nur für Großstädte, sondern ebenso für den ländlichen Raum. …
Mit … Pedelecs lässt sich der Wirkungskreis des Fahrrads noch zusätzlich erweitern.

Gerade in den letzten Jahren hat sich das Radfahren immer mehr zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt.
… Radtourismus … [trägt] zu einer erheblichen Wertschöpfung bei. …

Tausendmal gehört, tausendmal gelesen … trotzdem immer mal wieder schön, die Kernargumente pro Fahrrad (und contra Auto) so kompakt und voller Begeisterung zusammengefasst zu sehen. Was wohl passieren würde, wenn ich diesen Text auf Zetteln ausgedruckt an Autofahrer verteilen würde? Wie wären die Reaktionen? Innehalten, Verständnis, Erkenntnis und Verhaltensänderung? Oder Ignoranz, Zorn, Mord und Totschlag? Ich will darüber nicht spekulieren – und auch nicht weiter darüber spekulieren lassen, wer der Zitierte ist: der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann (zitiert aus der Rede am 19. Januar 2012 in Berlin über die Verkehrspolitische Bedeutung des Radverkehrs in Bayern – hier die vollständige Rede als PDF).

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