Alltag, Lust, Mensch-Maschine, Radwege, Würzburg

»Stadtgestalterische Aufwertung« à la Würzburg … (2)

Über das Fußgängerzönchen in der Hofstraße habe ich hier schon geschrieben – mittlerweile, nachdem ich öfters mit dem Fahrrad hier lang komme, ärgert mich die signifikante Verschlechterung für den Radverkehr doch sehr (beim Verlassen der Hofstraße auf die Balthasar-Neumann-Promenade ist das Linksabbiegen seither nur noch halblegal möglich).

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Aber am letzten Januarwochenende konnte man sich auch mal ein Bild davon machen, wie urbane Mobilität eigentlich aussehen könnte (wenn alle wollten), denn in diesem kleinen Abschnitt der Hofstraße befindet sich derzeit noch das Central Programmkino, und am letzten Januarwochenende gehörte traditionell das Internationale Filmwochenende zu den kulturellen Highlights der Stadt. Der (nun auto-)freie Platz vor dem Kino wurde entsprechend genutzt und mit ganz billigen Fahrradständern bestückt – und siehe da: Ich zählte 40 Fahrräder, wo vorher fünf Auto-Parkplätze waren. Und auch mit viel gutem Willen – theoretisch haben ja vier (bis fünf) Personen in einem Auto Platz – kann man nicht verleugnen, dass hier der Platz praktisch optimal genutzt wird: 40 Fahrräder (und damit: 40 Radfahrende) beanspruchen den selben Platz wie theoretisch 20, praktisch aber doch meistens nur fünf Automobilisten.

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Was die Bilder auch verdeutlichen: Es gibt jede Menge verkehrstüchtige Fahrräder – und ebenso viele Menschen, die gewillt sind, diese (auch bei Kälte und Feuchtigkeit) zu benutzen. Würde man die Infrastruktur Schritt für Schritt in Richtung Radverkehrsförderung optimieren, hätte der ganze Autospuk sehr schnell ein Ende.

Und so besuchte ich am 4. Februar auch ein ganztägiges Seminar (die € 50 aus eigener Tasche waren m.E. gut angelegt) zum Thema »Radverkehr fördern in Klein-, Mittelstädten und Landkreisen. Impulse für Alltagsmobilität und Tourismus« der Deutschen Fahrradakademie bzw. des Deutschen Instituts für Urbanistik. Interessant, mal mit der Perspektive der Radwegeplaner und -entscheider vertraut zu werden. Im Publikum etliche Mitarbeiter von Kommunen, die mit Radwegeplanung und -umsetzung sowohl für Touristen als auch Alltagsradler befasst sind, teilweise von weit her angereist. Von der Würzburger FA Tiefbau, die hier vor Ort mit Radwegeplanung und Umsetzung befasst ist, hat allerdings niemand teilgenommen …

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