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Tourenplanung (allgemein)

Heute kam von Freund Dirk die Anfrage, ob ich Lust hätte, mit ihm um Ostern herum von Würzburg nach Heilbronn zu radeln (130 km einfach) – und ob ich immer noch mein TrägersystemTopeak Roadie Rack mit RX TrunkBag Tour DX (klein) bzw. MTX TrunkBag Tour DXP (groß) empfehlen würde, er möchte sich auch ein System (für mehrtägige Touren) zulegen.

Zuerst: Ja, ich würde es empfehlen, und ich würde es vermutlich auch wieder kaufen, wenn ich noch keines hätte. Mir gefällt zum einen der modulare Charakter des Systems (zugegeben, an der großen Tasche war etwas Feilen nötig, um sie auf den Träger zu bringen …), zum anderen ist gerade für kleinere Touren die kleine Tasche (RX DX) völlig ausreichend und wirklich kompakt.

Dann aber: Nein, denn es gibt eine entscheidende Achillesferse bei diesem System – die Wasserdichtigkeit. Die ist nicht zu 100% gegeben, auch mit Regenhülle (leider) nicht. Deswegen habe ich ihm geraten, einen Tubus-Träger (z. B. Fly) und dazu Ortlieb-Taschen, die klassischen in groß (hinten) und klein (vorne, wobei man die auch hinten befestigen kann, wenn kleinere Taschen genügen). Die Ortlieb-Taschen sind zwar schwerer und größer als mein System, aber eben: wasserdicht. 100%. Und da er jetzt vor der Systemwahl steht und sich so schnell vermutlich kein anderes Reiserad zulegen wird, die Ortlieb-Taschen aber auch im Alltag super sind (ich leihe mir immer mal eine von meinem Jüngsten für mein Stadtrad), geht meine Empfehlung klar in diese Richtung …

… aber warum würde ich mir wieder Topeak kaufen? Erstens wüsste ich ja nicht, dass das System bei Regen schwächelt (ok, faules Argument), zweitens gibt es ein paar Workarounds, die das Schlimmste verhindern. So habe ich mir seit den ersten feuchten Klamotten angewöhnt, diese in den Taschen nochmal zu verpacken (bisher Müllsäcke – und ich kenne Ortlieb-Besitzer, die das trotz regendichter Außenhülle auch machen! Sicher ist sicher …). Dann hat mir ein Freund den Tip gegeben, dass es dieses (Ortlieb-)Wickelsystem auch generell für Innentaschen gibt, in verschiedenen Größen, von verschiedenen Herstellern, ebenfalls wasserdicht. Irgendetwas wird immer nass im Regen – Hauptsache, der Inhalt nicht.

Ich habe dann auch noch ein wenig gestöbert (habe seine Mail mit den Link-Empfehlungen zwischenzeitlich beim Rechnerumzug versaubeutelt) und ein recht preiswertes Set gefunden – 3 Varianten mit je 8, 4 und 1 Liter Fassungsvermögen, aus dünnem, aber wasserdichten Nylon (bei Pearl.de). Die sollen in diesem Jahr meine Wäsche trocken halten.

Natürlich sind die nicht so groß dimensioniert wie meine bisherigen Müllsäcke, aber schauen wir doch mal, was mit dem Set möglich ist:

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Das Set besteht aus drei Taschen – die Litertasche war vermutlich für die Katz, aber wer weiss …

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… jedenfalls habe ich ja hinten links und rechts Taschen, also benötige ich zwei Sets 😉

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So sieht die, zugegeben schnell gepackte, große Tasche aus, links und rechts jeweils die 8- und 4-Liter Tasche gepackt drinnen, links noch der Topeak-Regenschutz für die eigentliche Aussentasche, oben im Hauptfach nur mal ein paar Freizeitschuhe – da passt noch 2x so viel rein (also der Kulturbeutel, Geldbeutel, Tabak, etc.). Übrigens ist das Hauptfach wasserdicht (mit Regenschutz), Probleme habe ich nur mit den Seitentaschen …

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Hinten jeweils 8 Liter, vorne 4 Liter, die Aussentaschen gehen ganz leicht zu, es wäre sicher möglich, 4x die 8-Liter-Variante zu verwenden.

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So, das war aktuell in meiner Tasche. Sieht vermutlich sehr überschaubar aus, …

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… enthält aber, bis auf die dünnen Schuhe, ein Klamottenset, das auch beinahe wintertauglich wäre, mir an Wechselklamotten für eine Woche jedoch völlig ausreicht: 1x Softshelljacke (warm/dick), 1x Gonso-Hoodie (warm/nicht so dick), 1x Wolljacke (!), kleines Handtuch, 3x T-Shirt, 4x Unterhosen, 1x lange Jeans, 6 Paar Socken, 1 paar Beinlinge, 1x BIB (Overknee), 1x Trikot, 1x Windjacke.

Ich denke, man sieht ganz gut, dass für eine Wochentour alles dabei ist – einen Satz Radklamotten habe ich ja am Leib, meine Schuhe taugen ohne Cleats hervorragend als (stabilere) Wanderschuhe, bei einem Tag Pause könnte man natürlich auch Klamotten durchwaschen und trocknen, die Radklamotten sind diesbezüglich sowieso unproblematisch.

Klar, dieses Set ist jetzt erstmal willkürlich zusammengestellt, aber: Mehr mag ich doch gar nicht mitnehmen, für die paar Stunden am Abend kann man ein T-Shirt auch 2x verwenden, sicher braucht es auch keine Wolljacke im Sommer zusätzlich zur dicken Softshell und zum Hoodie dazu, dafür evtl. Badeklamotten oder ein größeres Handtuch … jedenfalls komme ich mit den neuen Innentaschen gut zurecht, die ungewohnte, neue Aufteilung in 4 Innentaschen inspiriert mich eher, konzentrierter das Thema Klamotten anzugehen. Eine wasserdichte Lenkertasche wäre auch noch vorhanden, ebenso eine Rahmentasche – aber: Wer will denn den ganzen Kleiderschrank mitnehmen, und vor allem den Berg hoch wuchten? Die »Weltumrundung«, so sie denn irgendwann kommt, fahre ich nicht mit diesem Rad, sondern einem Randonneur, und der hat vorne Lowrider, hinten einen Gepäckträger – und ist bestückt mit den Ortlieb-Tachen, die ich heute empfohlen habe.

Bis dahin bin ich mit dem Topeak-System völlig zufrieden. Demnächst werde ich noch die Regenhülle bei den Seitentaschen unten lochen und ösen – so könnte eintretendes Wasser größtenteils ablaufen, bevor es überhaupt Richtung Innentaschen wandert … dazu demnächst mehr. Den mehrtägigen Touren, auch mit Regen, schaue ich jedenfalls relativ entspannt entgegen.

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