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Schleichwerbung

Ich bin zwar immer interessiert an technischen Verbesserungen meiner Fahrradausrüstung sowie generellen Neuerungen und Entwicklungen, vermeide aber doch (so gut es geht zumindest), hier Produkttests oder Werbung zu publizieren – vor allem aber, mich auf Zuruf zu irgendwelchen Produkten zu äussern. Dennoch muss ich hier mal eine Ausnahme machen, weil ich ein neues Produkt so spannend finde, dass ich mich der Kickstarter-Kampagne angeschlossen habe …

»Falsche Schlange« – so wird wohl das fertige Produkt aussehen: tex-lock aus Leipzig.

»Falsche Schlange« – so wird wohl das fertige Produkt aussehen: tex-lock aus Leipzig. (Foto: tex-lock)

… dabei geht es um ein neuartiges Fahrradschloss bzw. ein solches aus neuartigem Material. Auch bei mir sind diverse Modelle, vom ummantelten Stahlseil (sehr oft) über eine Kette (eher selten) bis hin zum Bügelschloss (kaum noch), im alltäglichen Einsatz. Allen gemeinsam ist: je sicherer, desto schwerer. Nun bietet ein Startup aus Leipzig ein neuartiges Schloss aus textilem Material an, das einerseits viel flexibler und leichter als meine Schlösser, andererseits genau so sicher zu sein behauptet. Also habe ich da mal hingelangt und mir ein S-Modell (80 cm) gesichert.

Auch wenn mir dieser Satz sicherlich vielfältig negativ ausgelegt werden kann: Was bin ich froh, endlich mal in der deutschen Radszene ein Start-Up-Team zu sehen, das nicht aus üppig tätowierten Vollbart-Trägern besteht … ;-)

Auch wenn mir dieser Satz sicherlich vielfältig negativ ausgelegt werden kann: Was bin ich froh, endlich mal in der deutschen Radszene ein Start-Up-Team zu sehen, das nicht aus üppig tätowierten Vollbart-Trägern besteht … 😉 (Foto: tex-lock)

Die Kickstarter-Kampagne ist in vollem Gange, das Finanzierungsziel wird vermutlich sehr schnell erreicht sein (alleine heute: 10.000 von 50.000 anvisierten Euro!). Mein Interesse an diesem und mein Vertrauen in dieses neue Material teilen offensichtlich noch viele andere – gut so. Und wer via Kickstarter unterstützt, bekommt satte 30% Rabatt gegenüber dem späteren Verkaufspreis – der für mein Modell annähernd 100 Euro betragen würde. Das ist natürlich ein Wort … aber, wie wir alle wissen: noch das teuerste Schloss kostet letztlich nur einen Bruchteil dessen, was es sichert – unser liebstes Fortbewegungsmittel. und dass es ein großes Interesse an eine sicheren, aber leichten (!) Material gibt, belegt das irre Tempo dieser Kickstarter-Kampagne: Chapeau!

Schaut Euch also mal die diversen Filme und Infos an, es klingt wirklich sehr vielversprechend.


Und noch eine Mail kam rein im Januar: MyBoo bietet Bambusfahrräder an – nichts neues, und wegen der teilweise schlimmen, hochgiftigen Kleber an den Verbindungen auch nicht unumstritten (was die ökologischen bzw. nachhaltigen Aspekte angeht). Beim Studium der Website fand ich aber doch, dass dieses spezielle Projekt spannend klingt und möglicherweise unterstützenswert ist. Und das mit den Verbindungen wird hier offensichtlich auch anders – und besser – gelöst.

Wichtiger ist, dass das Projekt technische Finesse, Nachhaltigkeit und soziales Engagement verbindet. Dazu der O-Ton von MyBoo:

Wir sind ein Social Startup aus Kiel, das gemeinsam mit seinem Partner, einem sozialen Projekt in Ghana, Bambusfahrräder fertigt. Durch den Bau und Verkauf der Fahrradrahmen ist das Projekt mittlerweile spendenunabhängig und kann so seine eigenen Aktionen sehr viel schneller realisieren. Hierbei geht es vorrangig um die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit speziell in der Region. Es werden Schulstipendien an Kinder und Mikrokredite an junge Frauen vergeben. Im Workshop selber arbeiten mittlerweile 30 junge Menschen, die fair bezahlt werden und denen eine Perspektive geboten wird!
Bambus gehört nicht nur zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen, wobei er extrem viel CO2 bindet, sondern eignet sich auch perfekt für den Bau von Fahrradrahmen. Er ist leicht, wahnsinnig stabil und verbindet dabei noch die Vorteile von Stahl- und Aluminiumrahmen in einem Fahrradrahmen!
In Kiel angekommen, werden die Rahmen in unserer eigenen Manufaktur zu hochwertigen Bambusfahrrädern für den Alltagsgebrauch montiert und europaweit über den Fachhandel vertrieben.

myboo

Die Räder haben natürlich den mehr oder weniger typischen Bambus-Look – und die entsprechenden Preise, die sich deutlich von den Einsteiger-/Schnäppchen-/Discounter-Preisen unterscheiden. Wer jedoch weiss, dass beim Fahrradkauf nicht an der falschen Stelle gespart werden sollte, wird an den Preisen nichts ungewöhnlich finden … auch für mich wäre so ein Rad immer noch eine Option für später, wenn ich budgetmäßig mal wieder richtig hinlangen darf (und will). …

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6 Gedanken zu “Schleichwerbung

    • Interessant, Daniel – das kannte ich noch nicht. Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen: etwa gleicher Preis bei annähernd gleicher Länge, aber das tex-lock dürfte beim Gewicht kräftig punkten …

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  1. Holger schreibt:

    Hallo Jochen,
    just letzte Woche habe ich auch zwei interessante Crowdfunding Projekte gefunden:
    https://lumoshelmet.co/ : Ein Radhelm mit integrierten Leuchten, Blinker und Bremslicht aus USA .(so einer fährt tatsächlich in Wü bereits rum: Gesehen in der Kliebertstr./Valentin-Becker-Str.)

    Und die günstigere Alternative aus Indien: https://www.indiegogo.com/projects/aster-world-s-safest-cycling-backpack (immer noch in der Projektphase) ein Rucksack mit integrierten Leuchten, Blinker und Bremslicht.
    Lustig, dass beide Firmen „Lumos“ heißen.

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    • Hallo Holger! Gute Tipps, interessantes Zubehör – aber zumindest was Taschen angeht, bin ich versorgt (wobei der Rucksack auch optisch echt gelungen ist) …
      Mal wieder CM zusammen fahren? Mittlerweile ist wieder eine ganz andere Crowd am Start, die letzten Male war das eine angenehme Angelegenheit – und ist ja für einen guten Zweck.

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  2. Henry schreibt:

    Mich würde interessieren, wie der textile Teil mit dem Ring am Ende verbunden ist. Hoffentlich ergibt sich da keine Schwachstelle.

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