Alltag, Dialog, Lektüre, Mensch-Maschine

Ursache und Wirkung (2)

Ich habe hier früher auch über meinen alltäglichen Frust (als Radfahrer) im Verkehr gebloggt – nach mehr als einem Jahr »Ärgerfasten« werde ich auch nicht mehr rückfällig werden, aber eine kleine Anmerkung muss ich doch loswerden, aus aktuellem Anlass.

Es geht – natürlich – um das Raserurteil (siehe z. B. SüddeutscheTagesschau, Spiegel, Stern, Welt, …). Geht es um Mord? Oder doch Totschlag? Oder um Zufall, wie Jost Müller-Neuhof in seinem Kommentar beim Berliner Tagesspiegel meint? Letzterer Punkt macht stutzig:

»Lebenslang, das ist die Höchststrafe im deutschen Recht für das schwerste Verbrechen, das ein Einzelner begehen kann. Sie anzuwenden auf Männer und ihre Tat, die erst aufgrund eines Zufalls – weil ihnen ein anderer Fahrer in die Quere kam – zu einer ebensolchen werden konnte, wirft Widersprüche auf. Zum Mörder wird man nicht aus Zufall.«

Ich weiss nicht, wo Herr Müller-Neuhof sonst so unterwegs ist, aber mir begegnen permanent zufällig Mitmenschen, wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege. Und ein Grund für die Existenz der StVO mag wohl sein, dass solche Zufallsbegegnungen im Straßenverkehr nicht tödlich enden sollen.

Spannender ist jedoch die Frage, in welchem gesellschaftlichen Umfeld solche Zufälle stattfinden, und da zeigt die Website des Tagesspiegels ja doch ein eindeutiges Bild – »… dass sowas von sowas kommt« nämlich. Beim Abruf der Website (28.2.2017, ca. 15 Uhr) stellt sich diese so dar: oben die Wirkung, unten die Ursache. Ich habe mal einen kompletten Screenshot angefertigt und zeige ihn hier als Kurz- und Langfassung (Klick auf das Bild öffnet den gesamten Screenshot) – »Wahnsinns-Flitzer!« »Schnittiges Design« und »ordentlich Pfeffer unter der Haube«. Danke dafür, Porsche! Danke dafür, Gesellschaft!

20170228-1

 

Das wollte ich einfach mal dargestellt haben – in Zukunft konzentriert sich dieses Blog wieder ausschließlich auf die schönen Seiten des Radfahrens und des Lebens, sicher nicht mehr auf die hässlichen des Autofahrens und des Tötens. Die weniger schönen Seiten nehme ich ja weiterhin wahr, aber hier soll einfach kein Platz mehr dafür sein – es reicht, wenn mir bei der Lektüre anderer Webseiten schlecht wird, ich will nicht auch noch hier kotzen müssen oder meinen Leserinnen und Lesern den Tag verderben.

Also: Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein … und einen großen Bogen gemacht ums heilige Blechle, wann und wo immer es nur geht!

PS: Ich bitte um Nachsicht, wenn ich dieses eine Mal die Kommentarfunktion abschalte – Diskussionen zum Autowahn finden woanders statt, nicht mehr hier.

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