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Tourvorbereitung: Vatertagstour 2017 – Der Hochrhöner

Ich weiss nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber in Bayern ist man ja gesegnet mit diversen kirchlichen Feiertagen, das ganze Jahr über – Christi Himmelfahrt (heuer Do, 25.5.), Fronleichnam (15.6.), Mariä Himmelfahrt (15.8.) … alles gute Gelegenheiten für ein verlängertes Wochenende, denn diese Feiertage liegen entweder auf einem Donnerstag (C.H., F.) oder heuer auf einem Dienstag (M.H.).

Dass der »Vatertag« für mich als Vater zweier Söhne dabei eine besondere Rolle spielt, habe ich schon öfter hier beschrieben – die ausführlichste Planung für so eine mehrtägige Tour ging sicher in die Unterfankenrundfahrt 2014, zusammen mit Markus und Robert (nur erster Tag) – hier die Vorbereitung, hier die Zusammenfassung. Danach wurde es, zugegeben, etwas profaner – die Fahrt von der Rhön ins Coburger Land 2015, 2016 Vatertag als letzter Tag der Tour von Erfurt nach Basel, zusammen mit Franz. Nicht falsch verstehen: Das waren immer schöne, mehrtägige Touren, aber da ich die diesjährige Mega-Tour schon absolviert habe (der Candy natürlich, heute sogar mit fast einer ganzen Seite in der FAS!), gehe ich es auch in diesem Jahr entspannter an … und da ich nicht alleine fahren will, richte ich mich mit der Planung ein wenig nach den möglichen Mitfahrern. Das wären vorerst Tilman (sicher), Benny (wahrscheinlich), und eigentlich auch Daniel (der will alleine zur Wasserkuppe, das muss ich ihm noch ausreden … 😉 ). Und es gibt zwei Parameter, die den diesjährigen Vatertag deutlich von den vorherigen unterscheiden sollen: Graveln und Overnighter.

Ja, ich bin ein wenig angefixt vom Schlafen draussen bzw. vom Selbstversorgen: Waren bisherige Touren immer auch bestimmt von den Zwischenzielen in Form von privater Unterkunft oder Hotel/Pension, eröffnet das Schlafen draussen ganz neue Möglichkeiten – und Flexibilität bei der kurzfristigen Verkürzung/Verlängerung der Tagesetappen. Auch hier bin ich vorerst noch auf das Vorhandensein von Wetterschutzhütten angewiesen, zu einem Zelt- oder Tarpkauf konnte ich mich noch nicht durchringen. Umso klarer ist, dass ich das Selbstversorgen zuerst in der Rhön verfeinern kann, da kenne ich die Gegend und auch die eine oder andere Schutzhütte, und am Hochrhöner sind in den letzten Jahren eine ganze Menge neuer Schutzhütten installiert worden. Wenn sich also ein gutes Dutzend Schutzhütten auf ca. 180 km Länge verteilen, dann sollte es doch kein Problem sein, zu beinahe jedem beliebigen Zeitpunkt ein entsprechendes Quartier zu finden. Dazu kommt, dass die 180 km nach zwei entspannten Tagen klingen – entweder gemütlich gefahren in zwei homöopathischen Dosen, oder, was derzeit der Plan ist: beide Varianten des Hochrhöners unter die Räder nehmen, auf dem Hinweg Variante »Lange Rhön«, auf dem Rückweg »Kuppenrhön« (oder umgedreht). Die Varianten betreffen auch nur einen Teilabschnitt der Gesamtstrecke, so dass nicht 360 km, sondern vermutlich eher 250 km Gesamtstrecke anstehen, von Mittwoch Abend (Start in Bad Kissingen am 24.5. gegen 19 Uhr) bis Freitag Abend (Rückfahrt mit dem Zug nach Würzburg, Tilman hat am Samstag Termine).

Während ich mir schon ein erstes technisches Update gönne – Garmin eTrex® 30x und Aerobar sind bereits bestellt und treffen diese Woche ein –, stehen meine Mitfahrer, soweit ich das überblicke, vor grundsätzlicheren Fragestellungen: Tilman hat ein Gravelrad, ein sehr geiles dazu, aber noch nicht draussen geschlafen. Benny und Daniel haben keine Gravelräder, Benny derzeit überhaupt kein Rad mit der Option zu breiteren Reifen (obwohl: 32er müssten gehen, meint er – das reicht). Daniel hätte ein durchaus taugliches Alltagsrad, das mit alternativem Reifenprofil sehr einfach zum Graveller umgerüstet werden könnte. Aber ich will hier niemandem reinreden, jeder hat so seine Vorlieben und Gründe, warum bestimmte Strecken mit bestimmten Rädern gefahren werden sollten. Es gibt nach meiner Einschätzung nur eine einzige technische Voraussetzung, die die Räder für die Vatertagstour am Hochrhöner entlang bringen müssen: die Reifengröße sollte über 30 liegen, 28er wären ein möglicher Kompromiss, also – möglich, aber Kompromiss – mit allen Einschränkungen, die sich dann auf dem einen Wiesenabschnitt oder dem anderen Schotter- oder Trailstück ergeben können.

Garmin, Garmin, Garmin – meistens eTrex® 30(x), manchmal GPSMAP® 64(s), vereinzelt auch Edge® … alle kommen damit klar, alle benutzen es, also muss ich da auch hinlangen …

Aerobar – bisher immer nur bei den verdrieslich dreinblickenden Feierabend-Zeitfahrern gesehen hier in der Gegend, aber unter den Randonneuren erfüllt sie noch eine ganze Menge mehr Funktionen: noch mehr Positionsverlagerungen auf langen Strecken (gegenüber dem Rennlenker) und zusätzliche Befestigungsmöglichkeit(en) für Gepäck …

Den Hochrhöner will ich auch nicht zwingend stur abfahren – es gibt ein paar Abschnitte, auf denen es vielleicht sinnvoller ist, auf die Straße zu wechseln. Die Hochrhönstraße etwa ist zum Wandern eher weniger prickelnd, mit zwei Rädern dagegen ein echter Spaß. Und wenn das Wetter stimmt, könnte es auf den Wanderwegen durchaus zu erhöhtem Begegnungsverkehr mit Wanderern kommen – auch rücksichtsvolles Radfahren ist dann nicht mehr unbedingt vergnüglich. Deswegen werde ich die nächsten Tage die originalen GPS-Tracks des Hochrhöners (Kuppenrhön, Lange Rhön) in komoot etwas verfeinern und variieren – und damit den eTrex® 30x füttern. Denn beim Candy habe ich natürlich meine Augen vor allem auf die Navigationstools der Mitfahrenden gerichtet – der eTrex® 30x und der GPSMAP® 64s waren eindeutig die Favoriten. Letzgenannter bietet wohl das bessere Display und die bessere Antenne, aber eben auch die kürzere Batterie- bzw. Akkulaufzeit: 16 h Batteriebetrieb kann u.U. nur 12 h Akkubetrieb bedeuten – zu wenig für meine Ansprüche, ich habe keine Lust, vor Feierabend nochmal Akkus zu wechseln, ein Tag auf dem Rad kann schon mal mehr als 16 h bedeuten (der eTrex® 30x bietet 25 h Batteriebetrieb, da sollten mit ordentlichen Akkus eigentlich locker 16 h möglich sein).

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5 Gedanken zu “Tourvorbereitung: Vatertagstour 2017 – Der Hochrhöner

  1. lieber Jochen, schön, von Dir so viel zu lesen. Aber jetzt bin ich mal bitterböse: Schon die Candy Traveller-Berichte waren mir letztlich immer „eine Seite zuviel“. gemäß der alten Erkenntnis: Wes des Herz voll, des läuft der Mund über. Ich habe Deine Berichte immer gerne gelesen, aktuell lese ich hinein und frage mich: Warum schreibt er immer noch weiter, wen interessiert das in diesen Details… Aber das ist ganz sicher auch Geschmacksache und insofern höchst subjektiv. Gratuliere zum Candy und zum Durchbeißen. All the best

    Dietmar

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      • Markus schreibt:

        Drei! Wir sind drei! Ich könnte mich stundenlang vertiefen z.B. in die Details der Packliste und was davon vielleicht doch nicht gebraucht wurde.
        Aber, wie man hier im Rheinland sagt (und wie Du, Dietmar, es ja auch schon formuliert hast): Jeder Jeck ist anders.
        Und Deine Berichte, lieber Dietmar, lese ich auch gerne!
        Viele Grüße
        Markus

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  2. Vielleicht bin ich ja auch nur etwas neidisch auf die, die den Candy erlebt haben… Es wird Zeit, dass unser 600er Brevet kommt. Dann fahre ich freiwillig ein paar Wald- und Pflasterwege zusätzlich.
    all the best und: nix für ungut

    Dietmar

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Dietmar,
      spontan dachte ich gestern nach dem Kommentar oben auch: »Na, dem fehlt wohl ein 600er fürs Gemüt …« … 😉
      Witzig, dass Alexandra hier auf Deinen Kommentar antwortete – bei diesem Beitrag dachte ich vor allem an Euch beide: Von Dir hätte ich ein bitterböses »eTrex? Na endlich: von wegen Papierkarten …« erwartet, von Alexandra ein »Oh nein, jetzt baust Du doch so ein Ding auf den Lenker?!«

      Es passt doch alles: Schreiben und Lesen über das Radfahren ist wie Radfahren selbst – manchmal läuft es überraschend gut, manchmal ist es erstaunlich mühsam, manchmal muss man eben abkürzen … oder abbrechen. Und in der letzten Zeit, das gebe ich zu, staubt hier im Blog mehr Schotter, als dass sich die Asphaltkilometer hochaddieren. Das beruhigt sich wieder, nur wird mein Hook nicht das Schicksal Deines Liegerades ereilen – es hat seinen festen Platz im Stall gefunden und will derzeit einfach gefahren werden von mir. Und der Candy hat nicht zuletzt mein Hirn ordentlich durchgeschüttelt, ein paar Gewissheiten der letzten Jahre scheinen mir plötzlich fragwürdig. Dennoch – der Renner steht aber bereit: mit neuer Tachohalterung, neuem Sattel und befreit von diversen Anbauten flüstert er mir verlockend zu: »Lass doch diese existenzialistischen Ausflüge in die Natur und ins Alphabet – komm fahren, lass uns mal ganz leicht ein paar hundert km wegdrücken. Komm schon …«.

      Gefällt 2 Personen

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