Ehrgeiz, Fotografie, Gravelbike, Lust, Mensch-Maschine, Technik, Tour 100–200 km

Tour nach Mannheim: »2 Räder – 200 Jahre«

Bevor das dann wieder Monate her ist, hier noch schnell das Update zu zwei kleineren Touren im Juni: Zuerst die Fahrt von Würzburg nach Mannheim (ca. 165 km) am Freitag, 16. Juni, um endlich die Ausstellung »2 Räder – 200 Jahre« anzuschauen, die schon seit Herbst 2016 lief und am 25. Juni endete. Auf der Technoseum-Website findet sich dazu leider nichts mehr, da wird schnell und gründlich aufgeräumt – so sind sie halt, die Schwaben … 😉

Quasi kurz vor Schluss tat sich ein Zeitfenster auf, am Freitag, in Bayern (für weite Teile der arbeitenden Bevölkerung optional) ein Brückentag nach dem vorangegangenen Fronleichnam. Und, was mich sehr gefreut hat: Ein potentieller Mitfahrer signalisierte Interesse – und fuhr auch mit. Mit Steffen hatte ich schon öfters über das Radfahren geplaudert, wir kennen uns aus ganz anderen Zusammenhängen wohl auch schon seit 20 Jahren, mit langer Pause zwischendurch. Er fährt jeden Tag seine 50 km Arbeitsweg (hin und zurück) mit dem Rad, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, betonte aber immer wieder seine Langstrecken-Untauglichkeit (was natürlich Koketterie ist). Wir trafen uns am Freitag Morgen kurz vor 6 Uhr zum gemeinsamen Start.

Dass wir den ganzen Tag strammen Gegenwind aus Westen haben würden, wussten wir App-Gucker natürlich auch schon länger – trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie stark Gegenwind gegen einen arbeiten und »den Schnitt versauen« kann (schlecht fürs empfindsame Gemüt, ansonsten natürlich egal). Hätten wir die Aktion umgekehrt veranstaltet – morgens mit dem Zug nach Mannheim, Ausstellung anschauen und dann mit dem Rad zurück –, hätten wir vermutlich einen sensationellen Schnitt zustandegebracht. So plagten wir uns tapfer gegen den Wind vorwärts (was aber auch eine gute Übung in Demut ist) – ich hatte die Tour mit komoot geplant, 150 km via Odenwald und Neckar-Radweg, und (sehr) optimistisch mit Ankunft 14 Uhr gerechnet, pessimistisch mit 15 Uhr (= 25er Schnitt plus ausreichend Pausen). Tatsächlich schlossen wir unsere Räder um 16.11 Uhr am Technoseum ab, es verblieben noch 49 Minuten Öffnungszeit (das Technoseum schließt um 17 Uhr, warum auch immer). Wir also rein, mal schnell durch die Ausstellung, um nach knapp 15 Minuten feststellen zu müssen: das war schon alles – eine überschaubare Ausstellung in wenigen Räumen, für die 30 Minuten mehr als ausreichen (45 Minuten für diejenigen, die noch nie in einer Fahrradausstellung waren). Na dann …

Den Wallfahrerzug überholen wir – natürlich – kurz vor Walldürn, morgens kurz nach 8 Uhr.

Steffen (links) meinte ja, da hinten wäre schon irgendwo die Rheinebene. Dabei waren wir noch nicht einmal am Neckar …

… der mir sehr gut gefällt: ein breiter Strom zwischen bewaldeten, mächtigen Abhängen, …

… sogar Straßen sehen hier gut aus.

Der Neckar ist einer der längsten und beeindruckendsten Flüsse Baden-Württembergs, trotzdem machen wir Mittagspause dann ausgerechnet in Hirschhorn, der südlichsten Ortschaft Hessens … 😉

Blick auf Neckarsteinach.

Und natürlich das Pflichtfoto von Heidelberg – die Fahrt hier am Ufer entlang auf den Pseudoradwegen war weniger prickelnd, definitiv ein Tiefpunkt auf der ganzen Strecke.

Von der Rheinebene ist nicht viel zu sehen, da sie ja eben ist – der Blick leicht zurück zeigt, wo wir herkommen. Das Motiv in der Bildmitte ist ein absoluter Zufallstreffer, während dem Fotografieren mir gar nicht aufgefallen.

Endlich am Technoseum – auf der Rückseite auch eine schöne Fahrradskulptur – steht die immer da?

Die Ausstellung war letztlich stark fokussiert auf die Vorläuferrolle der Draisine für das klassische Fahrrad, …

… entsprechend waren eher klassische und historische Räder zu sehen.

Seltsam, wie sich an Namen geknüpfte Assoziationen verändern …

Sofort erkannt: Die »Notbereifung« ist eine Leihgabe aus dem deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau (immer noch ein ganz heisser Tipp für alle, die noch nicht dort waren!).

Snob, genau, der Name passt. Mir gefällt die Konstruktion optisch ja schon, irgendwo ans Rad einen Motor hinzuhängen, aber dennoch frage ich mich: Wozu? …

Nostalgie bzw. alles so schön bunt hier, nicht so grau-schwarz-monochrom wie die heutigen Räder (meine Neuerwerbungen eingeschlossen).

Es gab schon auch Erklärdidaktik zwischendurch – warum nicht? Manche Sachen kommen so am plastischsten und einprägsam rüber. Ach, und der Fuchsschwanz am Bonanzarad …

Immer wieder schön: Die Vielfalt der Formen, …

… viele, viele Formen.

Und so ein tolles Design überall, heute wieder state-of-the-art.

Natürlich: Ich muss immer nach den Reiserädern schauen, auch wenn ich dieses nicht fahren möchte. Aber auch hier wieder: der Tacho oben im Licht, das hat schon was …

Ja, ja, those were the days: Heute (2017) poltert ein grüner Ministerpräsident, dass das Ende des Verbrennungsmotors in Deutschland bis 2030 »Schwachsinn« sei – so tief seid Ihr gesunken, Grüne: Mobilität, Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit – alle diese Themen besetzt Ihr verbal, doch wenn es um konkretes Handeln geht (Kohleausstieg in NRW, Verhindern von Fracking oder CETA im Bund, Mobilitätswende), obsiegt auch bei Euch der Quatsch, den sie »Realpolitik« nennen.

 

164,73 Kilometer
7:32:54 reine Fahrzeit
21,8 km/h Schnitt
58,34 km/h max.
1.604 m Tageshöhe
9,7 Hm/km

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