Ehrgeiz, Gravelbike, Lust, Mensch-Maschine, Tour > 200 km

Jahresvorschau – 2019 in Gravellern

Schien mir die geeignete Überschrift, nach dem Jahresrückblick … 😉

Es hat schon was, die guten Vorsätze für 2019 in Radtouren zu übersetzen – gleich vier stehen bei mir auf der Liste bzw. ich auf den jeweiligen Anmeldelisten, wobei einer ja gewissermaßen Pflicht ist.

Mein Gravel- und Bikepacking-Jahr beginnt hoffentlich schon vorher, aber spätestens am 25. April wird es richtig ernst: Da debütiert der HanseGravel, und ich fahre mit. Ausgedacht hat ihn sich René Fischer – wer entsprechende Events verfolgt oder daran teilnimmt, kennt ihn oder zumindest den Namen. Dem Candy B. Graveller hat er 2018 seinen Stempel aufgedrückt, genauer: seinen Zeitstempel, und ihn weniger als 39 Stunden absolviert (beim neuen Reglement waren 5 Stunden Ruhepause Pflicht – die darf man also davon abziehen …). Nun revanchiert er sich mit dem HanseGravel, der – nomen est omen – von Hamburg nach Stettin führt, dem Hanseatenweg folgend, einem »Wanderweg der NaturFreunde, der auch mit dem Fahrrad befahren werden kann und aktuell die Hansestädte Hamburg und Stettin verbindet. … Der Weg orientiert sich am Verlauf alter Handelsrouten und soll sowohl an die Bedeutung der Hanse erinnern als auch zur europäischen Völkerverständigung beitragen.«

hansegravel

Da die Gegend bei Wismar ja seit Jahren unser Domizil für die Sommerurlaube der Familie ist, freut mich das besonders: Der Feldweg von Lischow zum Bäcker nach Neuburg ist Teil des Tracks – von daher weiß ich ganz gut, was auf mich zukommen wird, denn die Gegend zwischen Klütz (Klützer Winkel) und Heiligendamm hatte ich schon teilweise unter den Rädern (z. B. des Rennrads, 2016). Feldwege sind dort oben oft Sandpisten, manchmal auch mit Lochplatten befestigt … zwei meiner absoluten Lieblingsuntergründe, um mit dem Fahrrad entweder wie durch Kaugummi zu kriechen oder mich ordentlich durchschütteln zu lassen. Achtung Spoiler: Mein »n+1« wurde nicht zuletzt im Wissen um diese Streckenbeschaffenheit ausgewählt, was derzeit aber nicht zwingend heißt, dass es da auch zum Einsatz kommt … 😉

Der HanseGravel bietet eine Strecke von 625 Km bei gerade mal 2.500 Hm und startet am Donnerstag nach Ostern – also Ferien, und den Montag gebe ich mir noch frei, für die Rückreise. Ich freu mich total darauf, denn mit aktuell 150 (!) gemeldeten Starter*innen hat der HanseGravel eingeschlagen wie ein Meteor – nicht zuletzt, weil der Candy nur noch alle zwei Jahre stattfindet (also erst wieder 2020). Mindestens zehn Teilnehmer*innen kenne ich persönlich, ob aus München oder Hamburg, aus Köln oder Berlin – das wird ein Fest!


Weiter geht es Ende Mai mit der für mich absoluten Pflichtveranstaltung: Der Mainfranken Graveller geht mit dem MfG19 in die dritte Runde – und nach dem tollen Lauf im letzten Jahr wird es 2019 ein paar qualitative Updates bei der Streckenführung geben, hauptsächlich im Spessart und der Rhön. Teilweise habe ich schon gescoutet, aber es gibt noch zwei blinde Flecken, die ich erkunden möchte – jedoch aus der entspannten Haltung heraus, in beiden Ecken bereits eine gut fahrbare Route zu haben.
Ach ja: Auch hier hat René Fischer beim MfG18 eine deutliche Marke gesetzt und die 600 Kilometer in weniger als 38 Stunden absolviert.

mfg-schondratal

Der Mainfranken Graveller startet am Donnerstag, 30. Mai (= Christi Himmelfahrt), auch hier kalkuliere ich lediglich ein langes Wochenende … Heimspiel ohne An- und Abreise.


Graveller #3 folgt nur knapp drei Wochen später, am 22. Juni: Taunus Bikepacking. 2018 habe ich die Erstausgabe Anfang August schon am zweiten Abend abgebrochen – Temperaturen knapp unter 40°, das ist so gar nicht meins! Ich habe schon harmlosere Fahrten bei niedrigeren Temperaturen abgebrochen, aus dem Gefühl heraus, gegrillt zu werden. Der Taunus-Rundkurs, den sich Jesko da ausgedacht hat, hatte es ordentlich in sich, war dafür auch landschaftlich wunderschön. Aber als ich am zweiten Tag schon einen Powernap bei 33° machen musste – Vormittags um 10 Uhr (!) – war mir klar, dass das nicht gut ausgehen kann: Die Abfahrt von Frücht nach Ahlerhof hinunter, an die Lahn, war zwar nett, Serpentinen auf Rumpelasphalt, aber so eine Wand von stehender, warmer Luft habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht vor mir gehabt.

taunus

Also muss ich heuer wieder ran – da der Start an einem Samstag ist, geht nichts mit langem Wochenende: Ich plane mir eine volle Woche ein, bis zum folgenden Sonntag, um den Zeitdruck wegzunehmen. Und mit 800 Km und 14.000 Hm hat Jesko nochmal eine ordentliche Schippe draufgelegt, knapp 20% mehr als im Vorjahr …


Anmeldung #4 ging in die Eifel, zu Holger Loosens Eifel-Graveller. Der startet am 25. August und entspricht in den Angaben etwa dem Taunuspäckchen vom letzten Jahr – 650 Km und 12.000 Hm. Für mich ist die Eifel völlige terra incognita, ebenso wie immer noch weite Teile des Taunus. Umso mehr freue ich mich darauf, auch diese Gegend besser kennen lernen zu können …

eifel2.jpg

Für den Eifel-Graveller habe ich noch keine genauen zeitlichen Vorstellungen, aber es sind ja auch Sommerferien, da verbuche ich das mal unter Urlaub – eine Woche ist auch hier drin.


Last but not least: Bei zwei weiteren Events habe ich schon gezuckt – vielleicht steige ich hier noch kurzfristig ein, denn sie klingen auch spannend:

Bikepacking Franconia ist quasi der frisch geschlüpfte Stiefbruder des Mainfranken Gravellers, beschränkt sich jedoch nicht auf eine Region, sondern führt durch alle drei Franken (Ober-, Unter- und Mittelfranken). Der Termin Ende Juli passt mir aber aus privaten Gründen gar nicht gut rein … mal sehen. Wenn ich in den Haßbergen fahre, denke ich immer an diese Tour, denn natürlich gibt es in dieser Gegend Schnittmengen mit dem MfG.

Thüringen erfahren wäre auch noch eine sehr reizvolle Option, diesmal mit mehr Asphalt (kein Gravel), und 500 Km bei 6.000 Hm, das klingt ganz vernünftig. Aber der Termin (Start am 10. Mai 2019) liegt genau mitten zwischen HanseGravel und MfG19. Das schreckt mich weniger vom Fahren her, als tatsächlich vom Zeitpunkt: Ich will mich heuer beim MfG19 noch mehr auf mich konzentrieren, weniger auf die anderen Fahrerinnen und Fahrer, und die organisatorischen Aspekte im Vorfeld komplett abarbeiten bzw. delegieren (während dem Verlauf des MfG) – das wird mir dann vermutlich zu eng, zwischenrein noch eine Tour zu fahren. Aber: Thüringen lohnt definitiv, ich bin nun schon ein paar mal da durch gekommen und habe im Spätsommer 2018 den Rennsteig gleich zweimal besucht – dazu aber an anderer Stelle mehr.

Mein 2019 wird also nicht wirklich langweilig werden – und Eures?

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8 Gedanken zu “Jahresvorschau – 2019 in Gravellern

  1. Klaus schreibt:

    Hallo Jochen,
    Das ist ja ein volles (und schönes) Programm! Ich wünsche Dir und den Mitstreitern viel Spaß, gutes Wetter und keine Stürze, Pannen und ähnliches.
    Selbst nehme ich nicht mehr an diesen Events teil, ich bin mit 70 zu alt. Allerdings gebe ich deshalb das Bikepacking und Graveln nicht auf. Der Green Velo in Polen steht heuer auf meiner Agenda.
    Ach ja, die BTG solltest Du Dir auch mal anschauen, die ist wirklich klasse! Oder Slovenia West Loop. Vielleicht im nächsten Jahr.
    Grüße, Klaus

    Gefällt 3 Personen

    • Lieber Klaus,
      ich halte Dich zwar in dieser Beziehung für einen Tiefstapler ( 😉 ), kann aber nachvollziehen, wenn man sich nicht mehr bei den Touren an Termine und Zeiten binden mag. Ich werde auch nicht bis ans Ende meiner Tage diese Events fahren, aber da ich erst zarte 50 Lenze zähle, möchte ich es zumindest in der nächsten Zeit noch hier und da wissen. Mir fehlen allerdings ein paar Jahrzehnte Sport, um mehr als die bloße Teilnahme zu liefern … womit ich allerdings schon zufrieden wäre: Am Start starten, am Ziel ankommen, und das in einer Zeit, die mir die Balance zwischen Vergnügen und Anstrengung ermöglicht.
      Ich hoffe, wir treffen uns mal wieder – hat mich sehr gefreut, nach Deiner individuellen MfG18-Tour noch ein paar Takte im Biergarten mit Dir zu plaudern …

      Gefällt 1 Person

  2. interessante Sachen gibts da bei euch…
    mein Kalender ist auch schon voll:
    20.-26.04.: Giro Sardegna – 1.000 km – schon angemeldet, Fähre und Quartier gebucht
    03.-07.05.: Rando Imperator – schon angemeldet
    01.-06.06.: Tuscany Trail – schon angemeldet
    21.-28.07.: Bikepacking Franconia – „Rockstar Modus“ – schon angemeldet
    14.-24.08.: La Bisettrice – auch schon angemeldet…

    Gefällt 1 Person

  3. Andi schreibt:

    Hallo Jochen,

    ich bin ja immer noch mit mir am ringen mich mal zum MFG19 anzumelden.

    Allerdings habe ich keine Erfahrungen mit solchen Rad-Veranstaltungen. Ihr seid ja ziemlich harte Hunde. Ist es denn ok auch mal in einer Pension zu übernachten und evtl. sogar nicht die ganze Strecke zu fahren?

    Der Track bleibt der gleiche?

    Grüße

    Andi

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo Jochen,
    schön, nach langer Zeit wieder etwas von Dir zu lesen. Neben den üblichen CTFs und RTFs gibt es in diesem Jahr den Hanse Gravel (statt Candy) und eine Schleswig-Holstein-Dänemark-Kopenhagen-Schweden-Rügen-Brandenburg-Berlin-Tour. Und einen Ausflug zur Tour ins Elsass. Die zweite Hälfte plane ich später 🙂 Bis bald, Gert

    Liken

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