Ehrgeiz, Fotografie, Gravelbike, Lust, Radwege, Tour > 200 km

Berlin > Coburg (naja, nicht ganz …)

Am 11. Juni war mal wieder einer der Donnerstags-Feiertage, mit denen Bayern seine Bewohner so üppig segnet, katholische Gegend vorausgesetzt. In diesem Fall Fronleichnam, also war klar, dass der Freitag als Brückentag eine längere Runde ermöglichen würde – aber wohin?

Seit längerem plane ich schon, die Birkenhainer Straße von Gemünden bis Hanau mal komplett zu fahren, den Spessart also von Ost nach West zu durchqueren – und dann könnte man von Hanau nach Schlüchtern hochfahren und gleich noch den Eselsweg mitnehmen, den Spessart also nochmal durchqueren, diesmal von Nord nach Süd …

… aber da meine Frau und ich am Freitag uns in ihrem Elternhaus bei Coburg treffen wollten, schien mir das, von Würzburg aus gesehen, die falsche Richtung zu sein. Warum das lange Wochenende dann nicht einfach nach vorne verlängern und schon am Mittwoch starten und eine Tour wählen die mich nach Coburg bringt? Gedacht, gemacht – dann muss mal wieder Berlin dran glauben: Am Mittwoch mit der Bahn hoch, am Südkreuz um 13.30 Uhr ausgestiegen, um 14.00 Uhr Treff am Tempelhofer Feld mit Thomas (den ich vom ersten Candy her kenne) und Heinz (den ich bisher nur über FB kannte), kleiner Snack, und dann ging es auch schon um kurz nach 15 Uhr mit den Rädern los Richtung Süden. Thomas würde mich bis zum nächsten Morgen begleiten und dann wieder nach Berlin zurückradeln, Heinz gab nur kurz im Stadtgebiet Geleit.

Meine Planung war nicht besonders ambitioniert, nur als komoot mir schon wieder, trotz Start am Tempelhofer Feld, die Route via Potsdam und Treuenbrietzen servieren wollte, musste ich eingreifen und Luckenwalde zur Tour hinzufügen, damit ich endlich mal direkt südlich aus der Stadt rauskomme – hat mir auch deutlich besser gefallen als die Route über Potsdam, auch wenn es natürlich im Berliner Stadtgebiet hier wie dort nicht wirklich prickelnd ist. Aber kaum draußen, fuhr sich das sehr entspannt, und nachdem wir uns in Luckenwalde bereits verproviantiert hatten und eine gar so liebliche Schutzhütte direkt am Weg lag, war auch gegen 20.30 Uhr schon Schluss, und Thomas und ich haben lieber noch ein wenig entspannt geplaudert …

Am nächsten Morgen ging es dann bis Lutherstadt Wittenberg zum zweiten Frühstück, bevor Thomas sich an der Elbe verabschiedete und nach Berlin zurückradelte. Das Wetter war schlechter als am Tag zuvor, sogar zu regnen begann es, und so fuhr ich fast den ganzen Tag mit Regenjacke – nicht mal so sehr wegen dem Regen, der auch recht bald wieder aufhörte, sondern eher wegen der Kühle.

Erstaunt stellte ich fest, dass da ja eine ausgedehnte Seen-Landschaft vor und nach Leipzig entstanden ist, das meiste wohl geflutete Tagebau-Vertiefungen. In Leipzig kurzes Treffen mit unserem ältesten Sohn Moritz (s/w-Foto, Bildmitte), der an diesem längeren Wochenende seinen Freund Hans (im Foto links) besuchte, dann gings auch weiter.

Das größte Teil der Strecke waren Fernradwege (Berlin-Leipzig, Elster-Radweg), gut zu fahren, aber auch nicht wirklich spannend … als dann nach 170 Km Kurbeln im Flachen die erste echte Rampe kam, wars dann auch schon vorbei mit der Unbeschwertheit: Ich musste echt ein paar Meter schieben, in den Beinen ist, bei weniger als 2.000 Jahres-Km bisher, nicht viel drin. Also in Hartmannsdorf bzw. im benachbarten Crossen verproviantiert und die nächste Hütte, nur wenige Km weiter, angesteuert für den zweiten Overnighter, diesmal alleine …

Am nächsten Tag standen nochmal rund 150 Km auf dem Plan, aber ich beschloß schon am Abend vorher, eine neue Route via Probstzella zu planen und gegebenenfalls dort auch abzukürzen – mit dem Zug von Probstzella nach Lichtenfels und von dort mit Rad nach Stöppach. Das wären 50 Km gespart – darunter die härtesten durch den Thüringer Wald resp. über ihn drüber … 😉

So machte ich es dann auch – die knapp 87 Km bis Probstzella fuhren sich zwar ganz gut, aber es wurde doch recht schnell recht schwül/heiß an dem Tag – und die letzten Km »Radweg« von Eichicht bis Probstzella waren schlicht eine Unverschämtheit: Während Bahnlinie und Autostraße mit einer leichten, gleichmäßigen Steigung ziemlich gerade nach Probstzella geführt werden, führt der ausgewiesen Radwege in teils absurdem Auf und Ab (25% Steigung/Gefälle) über (manchmal richtig schlimme) Rumpelwege – wer das ausgeschildert hat, hat an dem Tag offenbar seine Medikamente nicht bekommen, sorry. Eine bodenlose Unverschämtheit, um das mal ganz freundlich zu formulieren …

Also von Probstzella, wo ich meinen Wunsch-Zug nur deshalb erreichte, weil dieser 20 Minuten Verspätung hatte, bis Lichtenfels mit der Bahn und den Rest wieder mit dem Rad … um 16.30 Uhr war Schluss in Stöppach, mit 370 Km (statt der geplanten 420 Km). Aber schön wars, bis auf die Km vor Probstzella.

Alles zusammen:

371 Kilometer (85 + 184 + 87 + 15)
20:48 reine Fahrzeit
17,8 km/h Schnitt
2.065 Höhenmeter

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Ein Gedanke zu “Berlin > Coburg (naja, nicht ganz …)

  1. shultzie schreibt:

    Eine tolle Tour! Fronleichnam ist aber in ganz Bayern Feiertag. Im Gegensatz zu Maria Himmelfahrt am 15. August, da ist nur in den überwiegend katholischen Gegenden Feiertag. Coburg hat da ganz normalen Werktag. 🙂

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