Alltag, Lektüre, Radwege, Würzburg

Das wilde Denken

»Radfahrer halten sich eh nicht an Regeln!« Dieser Satz, der gerne immer mal wieder auftaucht in Diskussionen, ist so wahr oder falsch wie der Satz »Radfahrer halten sich an Regeln.« Es sind Sätze ohne jeden Gehalt, weil ohne jegliche Evidenz – Schlüsse, die von einer singulären Beobachtung aufs große Ganze angewendet werden. In der Summe wäre das entsprechend etwas anderes: Wenn ich permanent die immer gleiche Beobachtung mache, dann darf ich daraus Schlüsse ziehen, muss sogar, denn wenn ich zum wiederholten Male nass wurde, wenn Regen vom Himmel fällt, dann darf ich daraus folgern: »Wasser von oben = ich werde nass«. Der Begriff »Regeln« (an die sich Radfahrer nicht halten) ist allerdings so weit gefasst, dass es schlechterdings unmöglich sein dürfte, diesen Satz, oder sein Gegenteil, jemals irgendeiner sinnvollen Überprüfbarkeit zuführen zu können. Weiterlesen

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Alltag, Frust, Lust, Mensch-Maschine, Radwege, Würzburg

Dies und das (4)

Eine Abkühlung macht sich, jahreszeitlich bedingt, nicht nur bei den Temperaturen um uns herum bemerkbar, sondern auch in diesem Blog – schon wieder ist es einen Monat her, dass ich den letzten Beitrag gepostet habe. Woher kommt das? Die Antworten darauf sind vielfältig. Weiterlesen

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Alltag, Dialog, Fotografie, Frust, Würzburg

Nur eine Generationenfrage, oder …

… steckt doch mehr dahinter? Daniel aus Osnabrück hat einmal mehr eine Ursache benannt für die aktuelle, scheinbare Stagnation im Hinblick auf die Mobilitätswende – und die damit einhergehende unangemessene Planung und Umsetzung von Verkehrswegen für andere Fortbewegungsarten als den MIV. Aber ist das nur eine Generationenfrage? Weiterlesen

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Alltag, Frust, Lust, Würzburg

Vorsätze für 2015

Zuerst: Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein kilometerreiches, unfallfreies Jahr 2015 auf dem Fahrrad!
Dann: Herrlich! Nach zwei weitgehend verbummelten Wochen Winterferien zuhause kommen so langsam die Lebensgeister zurück – endlich wieder früh aufstehen, ins Büro radeln, … das geregelte Leben halt. Dabei war der Dezember vor allem psychisch anstrengend – was hatte ich mir nicht alles vorgenommen: Die 7.000 km auf dem Rennrad vollmachen, ein paar Bücher fertiglesen und hier vorstellen/empfehlen, einen Jahresrückblick schreiben, eine Vorschau schreiben, … keines dieser Vorhaben habe ich verwirklicht. Und ich fühle mich nicht einmal schlecht dabei. Weiterlesen

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Alltag, Frust, Radwege, Würzburg

Defensiv? Nein: völlig idiotisch!

Mittlerweile spreche ich immer häufiger andere Verkehrsteilnehmer an – Autofahrer (die mich schneiden oder mir die Vorfahrt nehmen/versperren), aber auch Radfahrer (wenn deren Verhalten im Straßenverkehr kontraproduktiv bis gefährlich ist). Ich weiss, mein Leben durchläuft vermutlich eine ähnliche Metamorphose wie das von Seth Brundle in David Cronenbergs »Die Fliege«: Zuerst fühlt er eine unglaubliche Kraft, Lust und Energie, aber irgendwann verwandelt er sich vollständig in ein sabberndes Ekelwesen, das schließlich selbst um seinen Tod bettelt. Und ich? Heute glaube ich noch, mein Engagement für eine Verbesserung des Radverkehrs, meine ehrenamtlichen Tätigkeiten und meine Beschäftigung mit der Straßenverkehrsordnung (plus eine Prise gesunder Menschenverstand, kann nie schaden …) rechtfertigen den einen oder anderen verbalen Hinweis, aber schon morgen bin auch ich vermutlich ein sabberndes Ekel, ein permanent Zettel verteilender alter Griesgram, dem nur noch das Schlechte in der Welt auffällt … Weiterlesen

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Alltag, Fotografie, Lust, Mensch-Maschine, Radwege, Würzburg

Dies und das (1)

Ab und zu muss ich meine (manchmal auch nicht ganz) alltäglichen Beobachtungen mitteilen – weil ich sie für interessant erachte und sie thematisch nicht allzu weit entfernt sind vom Thema Fahrrad oder Verkehr. Hier also ein kleines Sammelsurium der letzten Wochen, chronologisch zusammengestellt … Weiterlesen

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Alltag, Frust, Lektüre, Mensch-Maschine, Würzburg

Ursache und Wirkung (2): Zivilcourage oder Denunziantentum?

… oder: Wie deutscher Mainstreamjournalismus funktioniert. Oder auch: Wie es sich die deutsche Gesellschaft dermaßen im Auto bequem gemacht hat, dass sie auch dann Auto denkt, wenn sie gar nicht in einem solchen fährt. Eine Zwischenbilanz zum Aufreger dieser Woche – zumindest, was die E-Mail-Verteiler der verkehrspolitisch Interessierten hier in Würzburg angeht (Danke Euch allen für die diversen Hinweise!).

Am Donnerstag Abend (24.7.) startete die Sendung »Panorama« (ARD, 21.45 Uhr) gleich mit einem besonders heißen Eisen: Einem Beitrag über die »Wegeheld«-Website und -App (mit der man Falschparker per Foto auf der zugehörigen Website und per Mail ans Ordnungsamt melden kann) sowie die Verwendung von sog. Dashcams, die kontinuierlich die eigene Sichtweise im Verkehr filmen (üblicherweise als Kamera an der Windschutzscheibe, bei mir hin und wieder am Fahrradlenker), und die vor allem dokumentieren helfen sollen, wenn das Fehlverhalten anderer im Verkehr die eigene Sicherheit gefährdet. Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit dieser Technologie bereits gemacht, konnte mich aber, trotz einer eindeutig für mich gefährlichen Situation, bisher noch nicht dazu durchringen, konsequent den letzten Schritt zu gehen und Anzeige zu erstatten. Weiterlesen

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