Alltag, Lastenanhänger, Lust

Anhänger mit Platten

So oder so ähnlich klingt es wohl, wenn ein Unterfranke versucht, am Fahrradanhänger den ungünstigen Füllstand der Reifen mit Luft in Sprache zu fassen. Zugegeben: am Donnerstag Abend musste auch ich zur Luftpumpe greifen, um den Reifendruck am Anhänger wieder auf ein Niveau zu bringen, das ein möglichst »reibungsloses« Rollen unter Last garantieren würde …

… allerdings bezieht sich »Platten« in der Überschrift eben nicht auf den Luftdruck der Reifen, sondern auf die Last, die der Anhänger vorgestern Abend transportieren durfte: Meine Plattenkiste. Und zwar genau da hin, wo sie vor fast zehn Jahren auch zum letzten Mal war, bevor sie sich im Dachboden als sperriges Mobiliar einnistete – in die Innere Aumühlstraße 9, zum Club L.

 

Da hätten, zugegeben, noch viel mehr Platten Platz ;-)

Da hätten, zugegeben, noch viel mehr Platten Platz.

Vor etlichen Jahren habe ich dort immer wieder mal aufgelegt, anfangs monatlich, dann am 5. Donnerstag eines Monats (aufmerksame Kalenderbenutzer wissen, dass sich so der Rhythmus etwa auf quartalsweise ändert), oft auch mit Freunden zusammen. Über meine DJ-Karriere (bzw. eben nicht Karriere) werde ich ein andermal und an einem anderen Ort möglicherweise mehr erzählen, hier soll der Hinweis genügen, dass sich das Auflegen von Schallplatten eine ganze Weile recht deutlich in meinem Freizeitverhalten bemerkbar machte.

Der Anlass am Donnerstag war vermutlich der skurrilste, den ich mir je hätte vorstellen können: DJ auf einer Geburtstagsparty auf besonderen Wunsch des Geburtstagskindes – unseres ältesten Sohnes Moritz nämlich, der an diesem Donnerstag das Erreichen der Volljährigkeit feierte. Psychologen könnten auf der Basis dieser Konstellation vermutlich mehrere Doktorarbeiten verfassen, vom offensichtlich gut ausgegangenen ödipalen Konflikt bis hin zum (Achtung, Wortneuschöpfung!) »Helikopter-DJ«, der für die richtige Beschallung der Party der eigenen Kinder sorgt …

… schon gut, schon gut: Erstens war ich nur der Warm-up-DJ, gebucht für ein Stündchen (aus dem ruckzuck fast drei wurden), zweitens konnte ich mir in den vergangenen Jahren immer wieder mal Moritz’ Zustimmung zum einen oder anderen Musikstück sichern, auch wenn wir in der Summe doch eher unterschiedliche Vorstellungen von Reggae/Dub, HipHop, Breakbeat, Techno oder House haben. Moritz hört Musik fast nur über Smartphone, gerne auch über die internen Lautsprecher, was ich persönlich klanglich als absolutes No-Go erachte (in seinem Alter absolvierte ich Ferienjobs, um die gesamte Kohle aus mehreren Wochen stumpfer Fabrik-Maloche in meine erste Stereoanlage zu stecken, die teurer war als mein erstes Auto).

Naja, eigentlich wollte ich nur mitteilen, dass ich in diesem Jahr viel Freude am Fahrradanhänger hatte und es einerlei ist, ob sich da hinten Platten- oder Getränkekisten, der Baumarkteinkauf oder ein (zugegeben: schnell hingefummeltes) Arrangement für die Critical Mass befinden.

Critical Mass am 14. Oktober, schnell den kleinen Mercedes auf den Anhänger drapiert …

Critical Mass am 14. Oktober, schnell den kleinen Mercedes auf den Anhänger drapiert …

Baumarkt, irgendwann im Sommer – bei der Gelegenheit gabs gleich die graue Box (60 Liter) mit Deckel dazu, damit ich auch bei Regen bzw. loses Gut transportieren kann ;-)

Baumarkt, irgendwann im Sommer – bei der Gelegenheit gabs gleich die graue Box (60 Liter) mit Deckel dazu, damit ich auch bei Regen bzw. loses Gut transportieren kann 😉

 

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2 Gedanken zu “Anhänger mit Platten

  1. So vorbildlich, deine Autovermeiderei. Respekt und Ehrfurcht meinerseits. Und dass der Papa zur Volljährigkeitsfeier an so prominenter Stelle vertreten ist, finde ich mindestens bemerkenswert. Oder wie man heute sagt: du hast alles richtig gemacht. Glückwunsch!

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    • Na, ob ich wirklich alles richtig gemacht habe? …
      In der Erziehung ist das nicht so einfach und immer eindeutig, bei der Mobilität schon: einfach das Auto vom ersten auf den letzten Platz gestellt, was Mobilitätsangebote angeht – schon wird die Karre überflüssig, es geht (fast) immer anders und besser …

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