Ehrgeiz, Fotografie, Frust, Lust, Rennrad, Tour 100–200 km

Tour: Würzburg – München (DNF)

Aller guten Dinge sind drei – und tatsächlich: beim vierten Anlauf, die knapp 300 km von Würzburg nach München an einem Tag zu rocken, war leider der Wurm drin … ich hatte ja geahnt, dass der Brexit kommen es heiss werden würde, aber sooooo heiss dann doch wieder nicht, oder?

Oder doch? Am Vorabend – nach einem bereits unerträglich heissen Tag – sitzen meine Frau und ich in der Dämmerung auf unserem Dachbalkon, und während ich ein kühles Bier trinke, denke ich tatsächlich kurz daran, sofort loszufahren, um die Hälfte der Strecke in der deutlich kühleren Nacht zu fahren, die andere Hälfte am nicht so heissen Vormittag. Allerdings sind meine Freunde tagsüber eingespannt (Abifeier des Sohnes am Nachmittag), ich will da nicht zwischendurch für Wallung sorgen, aber auch nicht derangiert stundenlang ohne Duschgelegenheit in München herumlungern. Es bleibt dabei: Ich fahre am Freitag Morgen früh los, der Rest fügt sich – oder ich mich. Die Bilder …

5:37 Uhr – Ich bin um 4:30 Uhr gut aus dem Bett gekommen und nach einem ausgiebigen Frühstück kurz nach halb sechs auf dem Rad. Die Windjacke habe ich in der Garage liegen lassen, es geht kurz/kurz los. Und ich bin überrascht, dass mir um die Uhrzeit nach wenigen Metern schon die erste Radfahrerin entgegenkommt.

5:37 Uhr – Ich bin um 4:30 Uhr gut aus dem Bett gekommen und nach einem ausgiebigen Frühstück kurz nach halb sechs auf dem Rad. Die Windjacke habe ich in der Garage liegen lassen, es geht kurz/kurz los. Und ich bin überrascht, dass mir um die Uhrzeit nach wenigen Metern schon die erste Radfahrerin entgegenkommt.

5:42 Uhr – die Mainwiesen liegen verlassen da …

5:42 Uhr – die Mainwiesen liegen verlassen da …

… aber auch hier kommt mir schon der nächste Radler entgegen.

… aber auch hier kommt mir schon der nächste Radler entgegen.

5:54 Uhr – Die Sonne arbeitet sich langsam links (Osten) empor, die Autobahnbrücke bei Randersacker ist schon im Licht, der Radweg noch nicht. Und den Mond werde ich auch noch lange gut sehen heute.

5:54 Uhr – Die Sonne arbeitet sich langsam links (Osten) empor, die Autobahnbrücke bei Randersacker ist schon im Licht, der Radweg noch nicht. Und den Mond werde ich auch noch lange gut sehen heute.

5:59 Uhr – Der erste Rennradfahrer bei Eibelstadt. Mann, sind die alle schon früh unterwegs!

5:59 Uhr – Der erste Rennradfahrer bei Eibelstadt. Mann, sind die alle schon früh unterwegs!

6:03 Uhr – Mainbrücke mit Auffahrt bei Sommerhausen.

6:03 Uhr – Mainbrücke mit Auffahrt bei Sommerhausen.

6:06 Uhr – Auch die Binnenschiffer sind schon fleissig unterwegs. Immer noch Schatten, mir ist nicht wirklich kühl, aber hätte ich nicht doch die Windjacke wenigstanes am Anfang …?

6:06 Uhr – Auch die Binnenschiffer sind schon fleissig unterwegs. Immer noch Schatten, mir ist nicht wirklich kühl, aber hätte ich nicht doch die Windjacke wenigstens am Anfang …?

6:17 Uhr – Ochsenfurt. Nein, jetzt ist es vorbei mit Schatten, nicht nur wegen der Brückenwölbung, sondern weil die Sonne nun recht zügig hochklettert, so wie ich auch gleich in Ochsenfurt die B13 hochklettere.

6:17 Uhr – Ochsenfurt. Nein, jetzt ist es vorbei mit Schatten, nicht nur wegen der Brückenwölbung, sondern weil die Sonne nun recht zügig hochklettert, so wie ich auch gleich in Ochsenfurt die B13 hochklettere.

6:39 Uhr – Der Obelisk an der B13, kurz vor Oberickelsheim. Der erste längere und stramme Anstieg, aus dem Maintal hoch, ist geschafft, und am Obelisken beginnt auch der straßenbegleitende Radweg.

6:39 Uhr – Der Obelisk an der B13, kurz vor Oberickelsheim. Der erste längere und stramme Anstieg, aus dem Maintal hoch, ist geschafft, und am Obelisken beginnt auch der straßenbegleitende Radweg.

6:40 Uhr. Den nehme ich auch, allerdings geht es hier nicht lange weiter.

6:40 Uhr. Den nehme ich auch, allerdings geht es hier nicht lange weiter.

6:46 Uhr – In Oberickelsheim geht es diesmal gleich rechts ab und auf Nebenstraßen weiter

6:46 Uhr – In Oberickelsheim geht es diesmal gleich rechts ab und auf Nebenstraßen weiter

6:55 Uhr – In Gollachostheim muss ich mal kurz nach Osten fahren, gegen die Sonne – ein Vorgeschmack darauf, was mir (und der Kamera) heute bevorsteht.

6:55 Uhr – In Gollachostheim muss ich mal kurz nach Osten fahren, gegen die Sonne – ein Vorgeschmack darauf, was mir (und der Kamera) heute bevorsteht.

6:59 Uhr – Aber vorerst geht es einfach immer weiter nach Süden, blauer Himmel, keine Wolken, fast kein Verkehr. Ein Traum, dieser Morgen! Aber aufmerksame Beobachter erkennen am Stand der Windräder: Ich fahre heute nicht nur gegen die Hitze an, sondern auch gegen den Wind. Der wirkt momentan noch erfrischend, aber bremst ab und an schon merklich meinen Elan, vor allem auf freier Flur …

6:59 Uhr – Aber vorerst geht es einfach immer weiter nach Süden, blauer Himmel, keine Wolken, fast kein Verkehr. Ein Traum, dieser Morgen! Aber aufmerksame Beobachter erkennen am Stand der Windräder (die sich fleißig drehen) und der Neigung der Grashalme: Ich fahre heute nicht nur gegen die Hitze an, sondern auch gegen den Wind. Der wirkt momentan noch erfrischend, aber bremst ab und an schon merklich meinen Elan, vor allem auf freier Flur …

7:22 Uhr – Zugegeben: Der Belag auf den Nebenstraßen ist nicht immer vom Feinsten, aber immer noch besser als die Schotterpisten, die ansonsten in Bayern mit wenig Skrupel als Teilabschnitte von Fernradwegen ausgewiesen werden … hier die Straße kurz vor Reichardsroth (wo ich nach knapp 2 Stunden Fahrt eine erste kurze Pause einlege und nochmal die Nachrichten checke: Die gehen echt raus, die Briten! Was für Vollpfosten! Cameron kündigt Rücktritt für den Herbst an: Der Ober-Vollpfosten, der die Geister doch erst gerufen hat, die er nun nicht mehr kontrollieren konnte. Scheidet nun »British Racing Green« als Farbwahl für künftige Räder kategorisch aus? Was wird aus meinem Brooks-Sattel am Stahlrenner? …)

7:22 Uhr – Zugegeben: Der Belag auf den Nebenstraßen ist nicht immer vom Feinsten, aber immer noch besser als die Schotterpisten, die ansonsten in Bayern mit wenig Skrupel als Teilabschnitte von Fernradwegen ausgewiesen werden … hier die Straße kurz vor Reichardsroth (wo ich nach knapp 2 Stunden Fahrt eine erste kurze Pause einlege und nochmal die Nachrichten checke: Die gehen echt raus, die Briten! Was für Vollpfosten!! Cameron wird am Nachmittag seinen Rücktritt für den Herbst ankündigen: Und Du bist der Ober-Vollpfosten, David!!! Scheidet nun »British Racing Green« als Farbwahl für künftige Räder kategorisch aus? Was wird aus meinem Brooks-Sattel am Stahlrenner? …)

7:59 Uhr – Kleine Bilderserie unter der A7-Brücke hindurch, von Hartershofen nach Nordenberg.

7:59 Uhr – Kleine Bilderserie unter der A7-Brücke hindurch, von Hartershofen nach Nordenberg.

Unschwer zu erkennen: …

Unschwer zu erkennen: …

… Es geht mal wieder nach Osten für ein kurzes Stück.

… Es geht mal wieder nach Osten für ein kurzes Stück.

(Halbkreis des Monats).

(Halbkreis des Monats).

8:12 Uhr – Hinter Geslau geht es wieder auf ganz ruhigen Nebenstraße weiter. So könnte ich den ganzen Tag radeln.

8:12 Uhr – Hinter Geslau geht es wieder auf ganz ruhigen Nebenstraßen weiter. So könnte ich den ganzen Tag radeln.

8:30 Uhr – Die Gegend hier heisst Frankenhöhe – kann ich bestätigen, denn Abfahrten gab es bisher keine, dafür immer wieder kleine, versteckte Anstiege. Aber nun bin ich offensichtlich auf einem Hochplateau, fast 300 Meter höher als meine Starthöhe (179 m in Würzburg).

8:30 Uhr – Die Gegend hier heisst Frankenhöhe – kann ich bestätigen, denn Abfahrten gab es bisher keine, dafür immer wieder kleine, versteckte Anstiege. Aber nun bin ich offensichtlich auf einem Hochplateau, fast 300 Meter höher als meine Starthöhe (179 m in Würzburg).

9:00 Uhr – Leutershausen, Zeit für eine Kaffeepause.

9:00 Uhr – Leutershausen, Zeit für eine Kaffeepause.

Am Sparkassenautomaten noch schnell was abgehoben, für später, und eine Dame gefragt, wo man hier Kaffee trinken kann: »Einfach in den Altort fahren, da kann man überall im Freien sitzen.« Stimmt – aber ich habe trotzdem nur ein Café entdecken können … ich nehme einen Cappuccino und ein Gebäckstück mit Vanillepuddingfüllung – und zwei gekühlte Apfelschorle mit auf die Reise.

Am Sparkassenautomaten noch schnell was abgehoben, für später, und eine Dame gefragt, wo man hier Kaffee trinken kann: »Einfach in den Altort fahren, da kann man überall im Freien sitzen.« Stimmt – aber ich habe trotzdem nur ein Café entdecken können … ich nehme einen Cappuccino und ein Gebäckstück mit Vanillepuddingfüllung – und zwei gekühlte Apfelschorle mit auf die Reise.

9:25 Uhr Weiter gehts, zum zweiten Tor hinaus. Was mich zu der Überzeugung verleitet, dass Leutershausen doppelt so viele Stadttore wie Cafés hat.

9:25 Uhr Weiter gehts, zum zweiten Tor hinaus. Was mich zu der Überzeugung verleitet, dass Leutershausen doppelt so viele Stadttore wie Cafés hat.

9:27 Uhr – Auf dem Radweg, der mittlerweile der Altmühl-Radweg ist, schlängele ich mich geschickt durch die radweg-übliche Formation von Fußgängern durch. Natürlich langsam, denn es sind jede Menge Kinder dabei, nicht nur in den Wägen.

9:27 Uhr – Auf dem Radweg, der mittlerweile der Altmühl-Radweg ist, schlängele ich mich geschickt durch die radweg-übliche Formation von Fußgängern durch. Natürlich langsam, denn es sind jede Menge Kinder dabei, nicht nur in den Wägen.

9:36 Uhr – Ja, nun bewegt sich die Sonne langsam Richtung Zenith. Aber immer noch gut fahrbar, Dank Gegenwind ;-)

9:36 Uhr – Ja, nun bewegt sich die Sonne langsam Richtung Zenith. Aber immer noch gut fahrbar, Dank Gegenwind 😉

9:57 Uhr – Klar, was weder komoot noch meine Karte wissen können: Baustelle zwischen Leibelbach und Lammelbach – ich fahre ein Stück hinein, aber hinten sehe ich einen Bagger schaufeln, da scheint wirklich nichts mehr zu gehen, ich weiche aus. Mit dem klitzekleinen Schlenker und dem vorherigen Schwenk auf den Altmühl-Radweg (statt der Straße zu folgen) liege ich schon fast 5 km über dem Soll bisher.

9:57 Uhr – Klar, was weder komoot noch meine Karte wissen können: Baustelle zwischen Leibelbach und Lammelbach – ich fahre ein Stück hinein, aber hinten sehe ich einen Bagger schaufeln, da scheint wirklich nichts mehr zu gehen, ich weiche aus. Mit dem klitzekleinen Schlenker und dem vorherigen Schwenk auf den Altmühl-Radweg (statt der Straße zu folgen) liege ich schon fast 5 km über dem Soll bisher.

10:06 – Hinter Lammelbach, an der Lettenmühle, duftet es ungeheur nach frisch gesägtem Holz. Ich mag diesen Geruch – viel lieber als die Gülle- und Schweinestallgerüche, die ich heute auch schon zur Genüge hatte.

10:06 – Hinter Lammelbach, an der Lettenmühle, duftet es ungeheur nach frisch gesägtem Holz. Ich mag diesen Geruch – viel lieber als die Gülle- und Schweinestallgerüche, die ich heute auch schon zur Genüge hatte.

10:09 Uhr – Aber hallo: Eine Senioren-Radelgruppe kommt mir gut gelaunt entgegen. Na ja, deren Tagespensum liegt auch nur bei einem Bruchteil von meinem. Und ich bin auch gut gelaunt!

10:09 Uhr – Aber hallo: Eine Senioren-Radelgruppe kommt mir gut gelaunt entgegen. Na ja, deren Tagespensum liegt auch nur bei einem Bruchteil von meinem. Und ich bin auch gut gelaunt!

10:12 Uhr – Solche schattigen Abschnitte gibt es zu selten, eigentlich gar nicht, und sie sind auch recht kurz. Im Moment stört mich das noch nicht.

10:12 Uhr – Solche schattigen Abschnitte gibt es zu selten, eigentlich gar nicht, und sie sind auch recht kurz. Im Moment stört mich das noch nicht.

10:13 Uhr – Und dann das: Rote Ampel. Stop! Muss ich nun abbrechen? Umkehren? Während ich grübele, schaltet die Ampel auf Grün, ich darf weiterfahren – Glück gehabt!

10:13 Uhr – Und dann das: Rote Ampel. Stop! Muss ich nun abbrechen? Umkehren? Während ich grübele, schaltet die Ampel auf Grün, ich darf weiterfahren – Glück gehabt!

10:17 Uhr – Umblättern hinter Reichenau, hier das Blatt, das ich gerade durchfahren habe, mit der Frankenhöhe.

10:17 Uhr – Umblättern hinter Reichenau, hier das Blatt, das ich gerade durchfahren habe, mit der Frankenhöhe.

10:22 Uhr – Kurz vor Waizendorf, am Kreisverkehr, ein verlassener Container, »American Video Center« – meine Güte, ja: Es gab ja mal Geschäfte, in denen man sich Videokassetten ausleihen konnte (1 mark extra, wenn sie nicht zurückgespult zurückgegeben wurde) … :D

10:22 Uhr – Kurz vor Waizendorf, am Kreisverkehr, ein verlassener Container, »American Video Center« – meine Güte, ja: Es gab ja mal Geschäfte, in denen man sich Videokassetten ausleihen konnte (1 Mark extra, wenn sie nicht zurückgespult zurückgegeben wurde) … 😀

10:37 Uhr – Es ist eigentlich nicht meine Art, nach nicht mehr als einer guten Stunde schon wieder zu pausieren, aber eine Bank im Schatten lacht mich an, am Abzweig bei Röttenbach. Ich gebe zu: Es ist mittlerweile schon heiss, ich schwächele leicht (mental).

10:37 Uhr – Es ist eigentlich nicht meine Art, nach nicht mehr als einer guten Stunde schon wieder zu pausieren, aber eine Bank im Schatten lacht mich an, am Abzweig bei Röttenbach. Ich gebe zu: Es ist mittlerweile schon heiss, ich schwächele leicht (mental).

10:58 Uhr – Zwischen Röttenbach und Dennenlohe: Und so sehen dann die schattigen Waldwege aus? Hmmm …

10:58 Uhr – Zwischen Röttenbach und Dennenlohe: Und so sehen dann die schattigen Waldwege aus? Hmmm …

11:13 Uhr – Hinter Unterschwaningen wechselt der Belag auf dem Radweg erstmals von Teer zu feinem Schotter. Damit habe ich kein Problem, solange es geradeaus geht – Franz und ich haben auf dem Donauradweg auf einem ähnlichen, kilometerlangen Wegstück einen Schnitt von deutlich über 30 km/h halten können.

11:13 Uhr – Hinter Unterschwaningen wechselt der Belag auf dem Radweg erstmals von Teer zu feinem Schotter. Damit habe ich kein Problem, solange es geradeaus geht – Franz und ich haben auf dem Donauradweg auf einem ähnlichen, kilometerlangen Wegstück einen Schnitt von deutlich über 30 km/h halten können.

11:40 Uhr – Den Hesselberg bei Wassertrüdingen habe ich gesehen, die Kamera leider nicht. Hinter Wassertrüdingen, auf dem Weg nach Oettingen: »The shape of things to come«? Fahre ich auch so in 20 Jahren durch die Gegend? …

11:40 Uhr – Den Hesselberg bei Wassertrüdingen habe ich gesehen, die Kamera leider nicht. Hinter Wassertrüdingen, auf dem Weg nach Oettingen: »The shape of things to come«? Fahre ich auch so in 20 Jahren durch die Gegend? …

12:00 Uhr – Punkt 12 Uhr treffe ich in Megesheim ein. Nun ist es Zeit für eine Mittagspause, ich hätte ja am liebsten eine Metzgerei gehabt und eine packung Belegte mitgenommen zu einem schönen Plätzchen, aber weit und breit ist keine zu sehen. Dafür ein Wirtshaus, Gasthaus »Zum Hirsch«, mit schattigen Plätzen. Mir ist aber nicht nach warmem Essen, ich nehme geräucherte Bratwürste mit Brot und 2 alkoholfreie Hefeweizen dazu. Ich freue mich auch über die saubere Toilette und den Wasserhahn am Waschbecken, an dem ich meine Flaschen frisch befülle (samt der zwei leeren Apfelschorleflaschen).

12:00 Uhr – Punkt 12 Uhr treffe ich in Megesheim ein. Nun ist es Zeit für eine Mittagspause, ich hätte ja am liebsten eine Metzgerei gehabt und eine Packung Belegte mitgenommen zu einem schönen Plätzchen, aber weit und breit ist keine zu sehen. Dafür ein Wirtshaus, Gasthaus »Zum Hirsch«, mit schattigen Plätzen. Mir ist aber nicht nach warmem Essen, ich nehme geräucherte Bratwürste mit Brot und 2 alkoholfreie Hefeweizen dazu. Ich freue mich auch über die saubere Toilette und den Wasserhahn am Waschbecken, an dem ich meine Flaschen frisch befülle (samt der zwei leeren Apfelschorleflaschen).

13:30 Uhr – In Megesheim bin ich gegen 12:45 Uhr wieder los, in die Mittagshitze hinein. Die beiden Würste und die drei Scheiben Brot halten, wie ich feststellen kann, nicht wirklich lange an. Währenddessen hat sich jedoch die Tageshöchsttemperatur eingestellt, alle Flüssigkeit, die ich in meinen Mund kippe, tritt sofort zu allen Poren wieder hinaus, derweil die Beine immer schwerer werden. Hier: Bei Fünfstetten.

13:30 Uhr – In Megesheim bin ich gegen 12:45 Uhr wieder los, in die Mittagshitze hinein. Die beiden Würste und die drei Scheiben Brot halten, wie ich feststellen muss, nicht wirklich lange an. Währenddessen hat sich jedoch die Tageshöchsttemperatur eingestellt, alle Flüssigkeit, die ich in meinen Mund kippe, tritt sofort zu allen Poren wieder hinaus, derweil die Beine immer schwerer werden. Hier: Bei Fünfstetten.

13:41 – Und wieder ein Anstieg, auf dieser Straße, die mir immer weniger gefällt: Nirgends Schatten, immer wieder Trauben von Autos, die Höchst- mit Mindestgeschwindigkeit verwechseln, Laster, Busse, Lärm, Hitze. Da, eine Einfahrt …

13:41 – Und wieder ein Anstieg, auf dieser Straße, die mir immer weniger gefällt: Nirgends Schatten, immer wieder Trauben von Autos, die Höchst- mit Mindestgeschwindigkeit verwechseln, Laster, Busse, Lärm, Hitze. Da, eine Einfahrt …

… und ich pausiere kurz, schnaufe durch. Auf der karte sehe ich: Nächster Ort Sulzdorf – noch dahin, dann wieder Pause.

… und ich pausiere kurz, schnaufe durch. Auf der Karte sehe ich: Nächster Ort Sulzdorf – noch dahin, dann wieder Pause.

13:47 Uhr – Sulzdorf. Pause unterm Baum. Wasserflaschen über Kopf, Körper, Arme, Beine gießen. Abkühlen. Durchschnaufen. Leck, bin ich fertig heute. Jetzt. Hier. Scheiße …

13:47 Uhr – Sulzdorf. Pause unterm Baum. Wasserflaschen über Kopf, Körper, Arme, Beine gießen. Abkühlen. Durchschnaufen. Leck, bin ich fertig heute. Jetzt. Hier. Scheiße …

14:33 Uhr – Nach 20 Minuten geht es weiter. Nach Buchdorf. Dann Hafenreut (hier kommt mir mal wieder ein Rennradfahrer entgegen). In Laitheim links ab …

14:33 Uhr – Nach 20 Minuten geht es weiter. Nach Buchdorf. Dann Hafenreut (hier kommt mir mal wieder ein Rennradfahrer entgegen). In Laitheim links ab …

14:38 Uhr – In Graisbach schmiere ich nochmal Sonnenöl nach. Ich bemerke nicht, dass an der Kameralinse Schmodder hängt – die trüben Stellen in den folgenden Bildern entsprechen den Eintrübungen in meinem Gemüt. Aber immerhin bin ich schon fast an der Donau, nur noch wenige Kilometer.

14:38 Uhr – In Graisbach schmiere ich nochmal Sonnenöl nach. Ich bemerke nicht, dass seit Sulzdorf an der Kameralinse Schmodder hängt – die trüben Stellen in den folgenden Bildern entsprechen den Eintrübungen in meinem Gemüt. Aber immerhin bin ich schon fast an der Donau, nur noch wenige Kilometer.

14:51 Uhr – Da ich bei der Wassergießerei in Sulzdorf meine Vorräte ziemlich dezimiert habe, kommt mir in Lechsend der Mann auf der Baustelle mit dem Schlauch in der Hand wie gerufen, und natürlich gibt er mir was von seinem köstlichen, kühlen Nass ab. Er muss ja bei der Hitze arbeiten (frisch betonierte Decke, die muss gewässert werden, sonst reisst der Beton), aber ich muss ja nicht radfahren. Wo ich hin will, wo ich herkomme? Als ich ihm die Strecke nenne, noch dazu, dass sich das alles zwischen heute Morgen und heute Abend abspielt, schaut er mich mitleidig an. Oder wie einen Irren?

14:51 Uhr – Da ich bei der Wassergießerei in Sulzdorf meine Vorräte ziemlich dezimiert habe, kommt mir in Lechsend der Mann auf der Baustelle mit dem Schlauch in der Hand wie gerufen, und natürlich gibt er mir was von seinem köstlichen, kühlen Nass ab. Er muss ja bei der Hitze arbeiten (frisch betonierte Decke, die muss gewässert werden, sonst reisst der Beton), aber ich muss ja nicht radfahren. Sagt er. Wo ich hin will, wo ich herkomme? Als ich ihm die Strecke nenne, noch dazu, dass sich das alles zwischen heute Morgen und heute Abend abspielt, schaut er mich mitleidig an. Oder wie einen Irren?

15:04 – Frisch gestärkt bei Marxheim über die Donau? Von wegen …

15:04 – Frisch gestärkt bei Marxheim über die Donau? Von wegen …

… ich radele einfach drauf los, über die Brücke, aber dann sehe ich rechts den Zusammenfluss von Lech und Donau, hier wäre doch ein schöner Platz für ein Päuschen, also …

… ich radele einfach drauf los, über die Brücke, aber dann sehe ich rechts den Zusammenfluss von Lech und Donau, hier wäre doch ein schöner Platz für ein Päuschen, also …

… Kehrtwende, zurück zum Anfang der Brücke, …

… Kehrtwende, zurück zum Anfang der Brücke, …

… Kamera aus (und vergessen, mit dem iPhone ein Foto vom Zusammenfluss zu machen). Wieder 25 Minuten Pause. »Jochen, das wird heute nichts mehr mit München.« Wer hat das gesagt? …

… Kamera aus (und vergessen, mit dem iPhone ein Foto vom Zusammenfluss zu machen). Wieder 25 Minuten Pause. »Jochen, das wird heute nichts mehr mit München.« Wer hat das gesagt? …

15:41 Uhr – Ich selbst sage das, immer wieder, die Stimme geht aus meinem Kopf nicht mehr raus – und ich glaube, es ist auch sonst nichts mehr im Kopf als diese Stimme. Ein Schild – ich bin noch fast 100 Kilometer von München weg, bei meinem derzeitigen Tempo würde ich am Sonntag noch nicht dort sein …

15:41 Uhr – Ich selbst sage das, immer wieder, die Stimme geht aus meinem Kopf nicht mehr raus – und ich glaube, es ist auch sonst nichts mehr im Kopf als diese Stimme. Ein Schild – ich bin noch fast 100 Kilometer von München weg, bei meinem derzeitigen Tempo würde ich am Sonntag noch nicht dort sein …

15:49 Uhr – Rain. Stadt. Zivilisation. Geschäfte …

15:49 Uhr – Rain. Stadt. Zivilisation. Geschäfte …

… Eisdiele. EIS. DIE. LE. KALT. EIS. KALT. Ich stoppe, stelle das Rad ab, hole mir einen Früchtebecher und eine große Apfelschorle. Das Eis bekomme ich kaum hinunter – liegt aber nicht am Eis, sondern an mir. Bei der Einfahrt in Rain habe ich Gleise gekreuzt, Rain ist große genug für einen Bahnhof, ein kurzer Check mit dem Smartphone, der nächste Zug nach München fährt in ca. 30 Minuten. Over und aus. 180 km gefahren, noch mindestens 90 zu fahren: Das schaffe ich nicht heute, ich bin durch, die Beine machen sich nur noch als Gewichte bemerkbar, ansonsten ist mit ihnen nichts mehr anzufangen. Krämpfe links und rechts, in Oberschenkel oder Wade, wenn ich sie in die falsche Position bringe – das wars, da hilft keine Banane und keine pizza mehr weiter. Aber die Deutsche Bahn.

… Eisdiele. EIS. DIE. LE. KALT. EIS. KALT. Ich stoppe, stelle das Rad ab, hole mir einen Früchtebecher und eine große Apfelschorle. Das Eis bekomme ich kaum hinunter – liegt aber nicht am Eis, sondern an mir. Bei der Einfahrt in Rain habe ich Gleise gekreuzt, Rain ist groß genug für einen Bahnhof, ein kurzer Check mit dem Smartphone, der nächste Zug nach München fährt in ca. 30 Minuten.
Over und aus. 180 km gefahren, noch mindestens 90 zu fahren: Das schaffe ich nicht heute, ich bin durch, die Beine machen sich nur noch als Gewichte bemerkbar, ansonsten ist mit ihnen nichts mehr anzufangen. Krämpfe links und rechts, in Oberschenkel oder Wade, wenn ich sie in die falsche Position bringe – das wars, da hilft keine Banane und keine Pizza mehr weiter. Aber die Deutsche Bahn.

Ohne private »Verpflichtung« am Abend hätte ich pausiert und wäre einfach nach zwei oder drei Stunden weitergefahren – aber das ging nun mal nicht, wenn ich mit dem Gastgeber abends noch einen heben will in den Münchner Biergärten bzw. an der Isar (was wir auch gemacht haben). Die Temperaturen lagen mangels Schatten sicherlich öfters jenseits der 35° an diesem Tag, es war richtig heiss – und ich habe einmal mehr die Bestätigung, dass ich bei Hitze für lange Strecken nicht wirklich zu gebrauchen bin.

Alexandra, die ich am Samstag auch noch besucht habe, kommentierte noch am Freitag charmant bei komoot:
»Nenn die Tour Main-Donau, dann ist es auch kein DNF.«
Wäre natürlich eine Option, aber wer freiwillig am Tag 300 km abradeln will (und auch schon konnte, siehe Rennrad-Tagebuch-Eintrag 2015-06-04), der findet sogar am Scheitern noch einen gewissen Reiz. Und Georg, mit dem ich 2015 Würzburg–München geradelt bin, und den ich leider nicht angetroffen habe gestern, hat schon signalisiert, dass in diesem Jahr eigentlich München–Würzburg anstünde. Geht klar: vielleicht sollte ich einfach öfter mal die Richtung wechseln, beim Denken wie beim Radfahren … 😉

Statistik:
181,62 Tageskilometer
7:43:04 reine Fahrzeit
23,5 km/h Schnitt
57,20 km/h max.
1299 m Tageshöhe
541 m max. Höhe
7,2 Hm/km

Bei komoot ansehen …

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10 Gedanken zu “Tour: Würzburg – München (DNF)

  1. Bei dem Wettbewerb „Wer macht die meisten Fotos pro Kilometer“ hast Du Chancen auf eine vordere Platzierung. Ansonsten: bei knackiger Hitze ist es schon sauschwer. Und umso wichtiger, regelmäßig zu trinken und auch dem Körper die verlorenen Salze wiederzugeben. Ich habe dazu immer ein Töpfchen Kochsalz dabei – zum Veredeln des Wasserflaschen-Inhalts. Und auf dass es beim 5ten Anlauf klappen möge. Vielleicht dann bei Dauerregen – zum Ausgleich.

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    • Ja, beim Thema Wasser und Salz darfst Du bei mir ruhig einen viel strengeren Ton anschlagen, da bin ich einfach noch zu undiszipliniert. Zur Buße ein Reim:

      Während dem Fahren versag’ ich meist kläglich
      bei Wasser und Salz.
      Doch nach den Touren trink’ ich, wenn möglich,
      viel Hopfen und Malz.

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  2. Der Freitag war wirklich extrem – da können 300 schon grenzwertig sein. Den Versuch (und die Erfahrung) war es auf jeden Fall wert. Und beim nächsten Mal klappts mit Sicherheit.
    PS: in Leutershausen haben wir auf unserer Deutschlandtour 2014 beim Bäcker gefrühstückt 🙂 Das Stadttor kommt mir sehr bekannt vor. Schöne Gegend 🙂

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    • Ja, ich habe die D N-S 2014-Geschichte mit Begeisterung gelesen – nicht zuletzt, weil da ja auch nicht alles rund lief … aber das ist ja das Perverse an der Radelei: Toll, geschafft, hinterher ist alles easy – aber mittendrin ist es echter Psycho-Terror, zumindest manchmal. Aber hier gilt halt: Money can’t buy… 😉

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  3. Steffen schreibt:

    Schöne Tourberichterstattung wieder.
    Nachdem ich vor 25 Jahren das gleiche Vorhaben (Würzburg/München an einem Tag) in Donauwörth abgebrochen habe konnte ich beim Lesen und Bildergucken gut mitfühlen.
    Der Gegenwind blies damals auch mir derart in den Plan.
    Nach Rothenburg die B25 entlang kämpfte ich mich durch Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Nördlingen. „Romantische Straße“ – naja.
    In Donauwörth war damals Schluß. Eine geplant kurze Erfrischung im dortigen Freibad zog sich in die Länge und damit in die Abendstunden.
    München hatte Zeit für den nächsten Tag und ich ausgestattet mit Isomatte und Schlafsack fand ein schönes Plätzchen auf einer Wiese für die Nacht.
    Weswegen ich deine Tour mit meiner damaligen in Verbindung bringe ist zudem, das wir uns kurz nach deinem Start an diesem Freitag zwischen Randersacker und Ochsenfurt auf dem Mainradweg um gerade zehn Minuten verpasst haben. Schade.
    Ich war früher dran auf meinem Weg zur Arbeit und hätte dir gerne einen Vollkornriegel mit auf den Weg gegeben.

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  4. Hallo Jochen,
    tolle Tour und chronologische Dokumentation. Respekt, dass Du Dir das bei der Hitze „angetan“ hast, da hätte ich die Segel gestrichen, ist ja schon bei normalem Wetter eine stolze Strecke. Danke für den wunderbaren Beitrag.

    Gefällt 1 Person

  5. Boah, bei dem Wetter sind auch die 180 Kilometer eine tolle Leistung, ich komme bei so extremer H itze kaum 50 Kilometer weit 😉 Wird schon noch, zur Not in die andere Richtung!

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